Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1907)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1907-06-01
- Page
- 363 (sequence 10)
- Language
- German
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IXmjdmu. 368 verspürte. So ist es bisher allen Ländern ergangen, die sich unduldsam gegen die Juden erwiesen, weil diese durch ihre Betriebsamkeit überall, wo man ihnen freie Bewegung gönnt, Arbeitsgelegenheit und Betriebsmittel zu schaffen verstehen. Der Notwendigkeit, den Bürgern jüdischen Glaubens Gleichberechtigung zu gewähren, um diesen Bestandteil des Volkes für die Gesamtheit völlig nutzbar zu machen, verschließt sich die Intelligenz in Rußland längst nicht mehr. Wie der jüdische Reichsduma-Abgeordnete Schapira dem Berichterstatter des Jargon-Blattes „DerFraind" eröffnete, erwarten die jüdischen Abgeordneten, daß die Duma bei der Beratung des „die Gewissensfreiheit" betreffenden Gesetzentwurfes sich für die Gleichberechtigung der Juden aussprechen und der Reichsrat einem dahin abzielenden Beschluß seine Bestätigung nicht versagen werde. Die jüdischen Abgeordneten hätten eine nur zufällige, nicht planmäßige Erörterung der Judenfrage in der Reichsduma Zu vermeiden gesucht, uw der Rechten keine Gelegenheit zu der Behauptung Zu geben, daß sie von den Juden herausgefordert würde. Der „Verband zur Erringung der Gleichberechtigung der Juden" hat ein sieben Druckbogen umfassendes Verzeichnis aller die Juden beschränkenden Gesetze zusammengestellt und gibt auch ein Buch über diesen Gegenstand heraus. An dem guten Willen des Ministerpräsidenten Stolnpin Zweifelt man nicht mehr, weil er am 23. April an die Generalgouverneure, Gouverneure und Kreischess in der den Juden zur Ansiedelung eingeräumten Zone ein Rundschreiben erlassen hat, in welchem gesagt wird: „Die Bevölkerung muß von der llleberzeugung durchdrungen sein, daß die ordentlichen Behörden die Pflicht Haber, Unruhen sofort ohne Verzug zu unterdrücken, da die Behörden selbst für die Folgen von Agrarunruhen und Pogrome: gegen die Juden nach der vollen Strenge des Gesetzes aufzukommen haben werden." Es war hohe Zeit, daß dem hetzerischen Treiben des „Verbandes der wahrhaft russischen Leute" und der grausamen Willkür einzelner behördlicher Organe Einhalt geboten wm de, was vielleicht noch nicht geschehen wäre, wenn nicht durch die wahllosen Aus schreitungen dieser Provinzialtprannen viel weitere Kreise als die der Juden in Mitleidenschaft gezogen worden wären und die allgemeine Aufmerksamkeit aus ganz ungeheuerliche Zustär de