Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1907)
- Article
- Die Zurücksetzung der jüdischen Lehrkräfte in Breslau
- Date
- 1907-06-01
- Page
- 337 (sequence 1)
- Language
- German
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Die Zurücksetzung der jüdischen Lehrkräfte in Breslau. 337 Aie Zurücksetzung der jüdischen «Lehrkräfte inWrestau. E^ei der Beratung des Kultusetats hat der Abgeordnete Wr Cassel im preußischen Abgeordnetenhaus am 27. April d. I., anknüpsend an frühere Aeußerungen des Ministerialdirektors Dr. Schwarzkopff, die Anstellung jüdischer Lehrkräfte an Zeweindeschulen wieder zur Sprache gebracht. Als der Ministerialdirektor darauf verwies, daß es in Berlin für 4500 angestellte evangelische Lehrkräfte nur 403 evangelische Vertreterinnen, für 500 katholische Lehrkräfte nur 73 katholische Vertreterinnen, für 50 jüdische Lehrkräfte aber 20 jüdische Vertreterinnen gäbe, entgegnete Abg. Casiel, daß dabei doch zunächst auf das Verhältnis der Zahl der Kinder zu den Lehrkräften Rücksicht genommen werden müffe, in den Berliner Gemeindeschulen aber, selbst bei Einrechnung der Vertreterinnen auf etwa 41 evangelische, etwa 40 katholische, aber nur auf wehr als 50 jüdische Kinder eine Lehrkraft des betreffenden Bekenntnisses komme. Wenn die jüdischen Lehrerinnen nicht fest angestellt würden, werde natürlich allmählich der Prozentsatz der Vertreterinnen größer, als bei den Lehrkräften anderer Konfessionen, die regulär zur Anstellung kommen. Stelle man eine jüdische Lehrerin womöglich erst Ende der dreißiger Jahre an, dann bleibe sie solange in der Zahl der Vertreterinnen, und dadurch werde der Prozentsatz ein höherer als bei den andern Konfessionen. Wie es vor einigen Jahren durch Entgegenkommen eines Dezernenten des Provinzialschulkollegiums einmal möglich gewesen sei, müßte es auch jetzt unter Wahrung des Prinzips der staatlichen Schulverwaltung bei einigermaßen gutem Willen möglich sein, die Lage dieser Lehrerinnen zu bessern. Die Erfüllung dieser Forderung wird schließlich nicht ausbleiben, wenn alle freisinnigen Politiker nch davon überzeugen, daß es sich hierbei nicht um eine jüdische Angelegenheit, sondern um eine Forderung handelt, deren Berechtigung nur von denen bestr tten werden kann, die unter Verleugnung freisinniger Grundsätze staatliche und kirchliche Interessen verquicken. Es ist bemerkenswert, daß in Breslau inbezug auf die Zurücksetzung der jüdischen Lehrkräfte im Schul-