Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1907)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1907-05-01
- Page
- 324 (sequence 19)
- Language
- German
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m Im deutschen Reich. auf dem Wege zum Recht und zur Freiheit fortzuschreiten, sich, nicht etwa durch zeitweise Trübungen dahin führen zu lassen ihr Volkstum von der deutschen Nation loszulösen, sondern sich mehr und mehr im Verein mit ihren christlichen Mitbürgern allen KulLuraufgaben zu widmen und unablässig dahin zu streben, die ihnen zugesicherte völlige rechtliche und gesellschaftliche Gleiche stellung zu erwerben und zu verdienen. Die lebhafteste Anteilnahme an den Bestrebungen des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens sei unter solchen Umständen für alle deutschen Juden nicht nur eine Ehrenpflicht, sondern eine Notwendigkeit. Daß das Ziel dieser Bestrebungen trotz aller zeitweise wieder auftauchenden Vorurteile erreicht werden würde, sei seine feste und frohe Ueberzeugung. — Lebhafter Beifall belohnte den auf äußerst gründlichen Studien beruhenden Vortrag. — Der Vorsitzende zollte im Namen des Gruppenvorstande^ dem Redner herzliche Anerkennung und betonte dann, wie wertvoll derartige Schilderungen aus der trüben Vergangenheit der Juden in Deutschland seien, wenn es sich darum handle, bei den Trübungen der Gegenwart in und mit dem Central-Verein den Stürmen Trotz zu bieten und die mühsam errungenen Rechte gegen alle Anfechtungen zu schützen. Auch diese Ausführungen fanden lebhaften Beifall. — Nach Eröffnung der Debatte zollte im Aufträge des Vorstandes der Generalsekretär des Central- Vereins den anwesenden Mitgliedern und Gästen der Gruppe 0 für ihr Erscheinen, dem Vorsitzenden, Herrn Zahnarzt M. Lipschitz für die Uebernahme der Leitung der Versammlung und die vorzügliche Ausführung dieser Ausgabe herzlichen Dank. Sodann rühmte er den wissenschaftlichen Wert des von Herrn Dr. Cohn gehaltenen Vortrages und den in diesem Vortrag zum Ausdruck gebrachten echt jüdischen Optimismus, der seine Darbietung so anziehend gemacht habe. Der Vortrag bedürfe nur einer Ergänzung: der Hervorhebung dessen, was Gabriel Rießer für die deutschen Juden geleistet habe: er lehrte, das Werk Mendelssohns vervollständigend, die deutschen Juden nicht nur deutsche Kulturerrun genschasten sich anzueignen, sondern auch alle GhettoverZagtheit abzustreifen, für vollständige Gleichberechtigung zu kämpfen, sich nicht des Namens Jude zu schämen, sondern zu zeigen, daß jeder einzelne unter ihnen stolz darauf sei, ein Deutscher und ein Jude zu sein. Das aber sei der Weg, den die deutschen Juden mit dem Central-Verein gehen müssen.