Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1907)
- Article
- Berlin
- Date
- 1907-05-01
- Page
- 314 (sequence 16)
- Language
- German
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IM deutschen Reich. 804 Heimat begegnet. -"Herzlichen Dank und volle Teilnahme an Ihren Bestrebungen, gez. v. Bergmanns Die antisemitisch-agrarische „Deutsche Tageszeitung" berichtet: „Die Kitzinger Effekten- und Wechfelbank Beruh. Scheidt u. Co. ist verkracht, der Firmemnhaber nach Verübung großer Veruntreuungen flüchtig." — An den Aussehen erregenden Fall, durch den viele Gutsbesitzer, Pastoren, Lehrer und Bauern schwer betroffen wurden, läßt sich zum Leidwesen der „Tageszeitung" keine Beschuldigung der Jaden knüpfen, denn die Herren Scheidt u. Co. stehen ihr, der Rasse, Konfession und Parteistellung nach weit näher. Daher tröstet sie sich durch wörtliche Wiedergabe der nachstehenden Dummheit eines bayrischen Antisemiteublattes: „Die Firma Scheidt arbeitete von jeher nach den bekannten Judenrezepten, mit einem großen Stab von Schmusern, Auskundschastern und Zutreibern." Daraus ergibt sich nur, nach welchen widerlichen Rezepten das Berliner Agrarierblatt arbeitet! □ Magdeburg, 10. April. Ueber die hier am 27. v. M. abgehältenen Vereinsoersammlung berichtete die „Magdeburger Zeitung": „Die vom Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens nach dem Saal von „Cafe Hohenzollern" einberufene Versammlung wurde vom Rechtsanwalt Eduard Guttmann von hier mit einer begeisternden Ansprache eröffnet. Den Vortrag des Abends hatte Herr Dr*. med. Jos. Lewy vom Centralvorstand des Vereins in Berlin übernommen. Er behandelte das Thema „Soziale Probleme der deutschen Juden" und zeigte, wie durch die antisemitischen Vor urteile in Vergangenheit und Gegenwart den Juden Sonderausgaben erwachsen sind, an deren Lösung von vielen Organisationen mit wachsendem Erfolge gearbeitet wird. Solche Probleme sind: die Förderung des Handwerks und der Bodenkultur, die Kolonisationssragen, hauptsächlich veranlaßt durch das Elend der osteuropäischen Juden (hierbei wurde die Frage des Zionismus gestreift), das gesellschaftliche Zusammenleben und schließlich die Bestrebungen zur Abwehr des Antisemitismus,'die sich der heute 120 000 Juden umfassende Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens unter der Devise „Selbstverteidigung im vollen Lichte der Oeffentlichkeit" zur Hauptaufgabe gemacht hat. Die Ausführungen.des Redners fanden den lebhaften Beifall der Versammlung, aus