Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1907)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1907-05-01
- Page
- 310 (sequence 14)
- Language
- German
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300 Im deutschen Reich. bei dem Einschreiten des Militärs um das Leben gekommen; das Elend, das die antisemitischen Hetzer mit Hilfe der verblendeten Landleute Zahllosen Juden bereitet haben, ist ahn unbeschreiblich. Um die Linderung dieses Unglücks haben sich die jüdischen Organisationen wieder in großartigster Weise bemüht; insbesondere hat die Leitung des „Hilfsvereins der deutschen Juden" die größten Anstrengungen gemacht, die geschlagenen Wunden zu heilen und das neue Ministerium Sturdza zu bewegen, es nicht bei der Erstickung der Bauernunruhen und Abstellung berechtigter Klagen der Landbevölkerung bewenden zu lassen, sondern die Lage der rumänischen Juden rechtlich zu sichern und besser zu gestalten. Dies zu erreichen, insbesondere der kaum faßlichen,Ungerechtigkeit ein Ende zu machen, daß die rumänischer Juden, mit geringen Ausnahmen, unter Fremdenrecht steher wird aber nur möglich sein, wenn die europäischen Macht; sich -entschließen, dem rumänischen Bojarentum zu Zeigen, daß es den Beschlüssen der Berliner Konferenz nicht länger Hohn sprechen dürfe. Früher oder später wird-und muß es dazu kommen, denn es liegt im Interesse aller Staaten, daß der in Osteuropa böswillig entzündete Brand nicht weiter greift und die Verrohung der Massen sich nicht derart verschlimmert, daß sie weit über die indischen Kreste hinaus Jammer und Elend erzeugt. A. L. «jfc Korrespondenzen. □ Berlin, 20. April. Die Sympathien der Antisemiten .ur den Minister von Studt sind wesentlich durch den Bescheid abgekühltl worden, 'den er im Abgeordnetenhaus am 10. April ruf die von konservativer Seite angeschnittene Frage der Ausländer an preußischen Hochschulen erteilt hat. Der Minister rechtfertigte zwar die Ausländergebühren an den technischen Hochschulen, schloß sich aber dem Gutachten der preußischen Universitäten an, die'sichlgegen" solche Besteuerung des Universitätsstudiums erklärten. Weiter'sagte er wörtlich: ,Die Gastlichkeit ist eins alte Tradition der Universitäten der Kulturländer, und sie ist von Deutschland namentlich in der Vergangenheit in weitestgehen-