Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1907)
- Article
- Eine Berliner jüdische Familie aus dem 18. Jahrhundert
- Date
- 1907-05-01
- Page
- 280 (sequence 2)
- Language
- German
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280 Iw deutschen Reich. gangen, und es war die höchste Zeit, daß zielbewußte Männer dieser Angelegenheit ihre Aufmerksamkeit widmeten. Noch ist manches zu retten, und viel kostbares Material befindet sich selbst in kleinsten Gemeinden. Und nicht allein in den Gemeinden, auch im Privatbesitz, befinden sich oft kostbare, mindestens interessante Urkunden, die über alte, berühmte und weitverzweigte Familien Ausschluß geben. Auch die Familien sollten veranlaßt werden, ihre Familien-Urkunden, die de jure fyute wertlos, historisch aber von großer Wichtigkeit sein können, dem Gesamtarchiv zu überweisen. Einesteils angeregt durch das genannte Archiv selbst, andernteils aber durch eine Artikelserie in dieser Zeitschrift aus der Feder des Herrn Professor Br. M. Philippsohn: „Die jüdischen Freiwilligen im preußischen Heere," will ich hier zunächst von einem Mtgliede einer alten Berliner Familie erzählen, die zu den angesehensten Familien dieser Gemeinde gehörte. Der Begründer war nicht allein mit den berühmtesten Familien des damaligen Berlin verschwägert, sondern in den Seitenlinien finden wir heute: Grafen, Barone und berühmte Staatsmänner, die zum Teil wohl kaum wissen, daß ihr Ahn im Jahre 1731 alsPferdeknecht aus Märkisch- Friedland, der Muttergemeinde so vieler in der Hauptstadt lebenden angesehenen Mitglieder dorthin einwanderte. Wir sprechen von Daniel Jtzig. Seine Herkunft haben wir erwähnt. Er wurde Ober-Hof-Bankier des Königs Friedrich Wilhelm II (1786—1797), Chaussee-Bau-Jnspektor und im Vereine mit V. H. Ephraim u. Söhne: Münzpächter. Er war der Schwiegervater David Friedländers, des ersten jüdischen SLadtraLes von Berlin (Vergl. S. 310) und von Nathan Mendelsohn, Sohn des Moses Mendelsohn?) Der Name des jüdischen Jtzig ist längst verschollen, denn schon im Anfänge des vorigen Jahrhunderts ist aus Jtzig *) Nathan Mendelsohn war Mechaniker in Berlin (1808—13) Landwehr-Offizier (1821), später Steuereinnehmer in Glatz (1828) von 1836 bis zu seinem Tode Revisor der Hauptstempel Verwaltung in Berlin; er war verheiratet mit Henriette Jtzig und hinterließ 2 Söhne und eine Tochter. A. v. Humboldt beschreibt voll des Lobes seine astronomischen und physikalischen Instrumente.