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Im deutschen Reich · 1907-05-01 · Heft 5 (Mai 1907) · p. 279

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 5 (Mai 1907)
Article
Religiöse Erziehung von Kindern aus jüdisch-christlichen Mischehen
Date
1907-05-01
Page
279 (sequence 4)
Language
German
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Eine Berliner jüdische Familie aus dem 18 Jahrhundert. 279 Man mag über die politische und rechtliche Bedeutung mancher Vorschläge des Toleranzantrages verschiedener Meinung sein, in diesem Paragraphen spricht sich ein moderner und gerechter Geist aus. Es wäre sehr wünschenswert, wenn den veralteten und in ihrem Geltungsbereich unsicheren Gesetzen der Einzelstaaten auf diesem Gebiete recht bald von Reichswegen ein gründliches Ende bereitet würde. Denn Entscheidungen wie diejenige des Kammergerichts von 1903 werden den Beteiligten niemals verständlich gemacht werden können. - □ Kirre WerNner jüdische Aamitie aus dem 18. Iayrtzundert. Von Prediger Lion Wolff-Tempelburg. Pekanntlich ist vor Kurzem auf Anregung eines Archivars, Herrn Di*. Ziviers. mit Hilfe der Lue Brirli-Logen und des D. J. G-. B. ein „Gesamtarchiv der deutschen Juden" in Berlin errichtet worden. Es steht zu hoffen, daß viele, besonders aber kleine Gemeinden ihr Aktenmaterial sammeln, um es dem Archiv zu überweisen, damit es dort von kundiger Hand gesichtet und später für die Geschichte der Juden in Deutschland bearbeitet wird. Die Beamten der jüdischen Gemeinden, wissen am besten, wie gleichgültig die alten Akten in unseren Gemeinden behandelt werden. Eigentliche Registraturen gibt es hier überhaupt nicht. Die alten Akten, Urkunden rc. befinden sich meistens auf den Böden der Synagogen, in den hintersten, unverschlossenen Synagogenständen, zwischen unbrauchbaren Wimpeln*) oderzwischen alten Geschäftspapieren in den Häusern der Vorsteher, wo sie nie mehr an das Tageslicht kommen. Viele kostbare Denkmäler aus der Vergangenheit sind durch diese Nachlässigkeit verloren ge- *) Wimpeln Mappen) Leinwandstreiferr, welche Namen und Geburtstag neugeborener Kinder in gestickten oder gemalten Buchstaben enthalten. Mir diesen Streifen werden noch heute in allen Gemeinden des Minhag Aschkenas die Tborarollen umwickelt. Iw Osten Deutschlands (Minhag Polen) sind diese Wimpeln gänzlich unbekannt.

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