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Im deutschen Reich · 1907-05-01 · Heft 5 (Mai 1907) · p. 266

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 5 (Mai 1907)
Article
Wie wehren wir dem Abfall vom Judentum?
Date
1907-05-01
Page
266 (sequence 2)
Language
German
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m Im deutschen Reich. geschrieben in den Tafeln der Geschichte. Es hat der Welt die Bibel gegeben, das Buch der Bücher, das Erziehungsbuch vieler Millionen Menschen, die Grundlage ihrer religiösen und sittlichen Bildung, ein Buch, das noch heute, wie ehedem, dem Kinde wie dem reifen Manne ein unerschöpflicher Born der Belehrung, der Erbauung und Erquickung ist. Von der Bedeutung der Bibel für die Entwicklung der menschlichen Kultur zu sprechen, hieße Eulen nach Athen tragen. Nicht vergessen und nicht verdunkelt werden darf die unumstößliche Tatsache, daß das kleine Israel es war, dieses „Würmlem unter den Völkern", das durch seine Propheten nicht nur den Gedanken der Einheit des gesamten Menschengeschlechts und des einen Vaters aller Mer schon, sondern auch die höchsten sittlichen Ideen verkündet hat, die von der Umwertung der Werre unberührt geblieben sind und unberührt bleiben werden, „daß es Israels Wahrheit ist, die in der Gestalt der Lehre Chrrsti die Welt erobert hat." Was will es daneben noch besagen, daß die Juden auch in späterer Zeit, in allen Perioden des Mittelalters und der Neuzeit, an der Entwicklung und den Fortschrirten der menschlichen Kultur nach allen Richtungen in hervorragender Weise teilgenommen, daß sie der Welt eine lange Reihe von bedeutenden Philosophen und Schriftstellern, von Gelehrten und Künstlern gegeben haben! Ihre Leistungen sind Gemeingut der Menschheit geworden. Auch in dernachbiblischenNationallüeratur unseresVolkes liegen Schätze verborgen „an Poesie und Wissenschaft, an Erfahrungen und Kenntnissen aller Jahrhunderte, die noch lange nicht nach Gebühr gekannt und gewürdigt sind", die die Wissenschaft des Judentums erst angefangen hat ans Tageslicht zu bringen und allgemeiner zugänglich zu machen. Welche andere Gemeinschaft, seit es eine Geschichte der Menschen gibt, kann auf eine solche Vergangenheit und solche Leistungen zurückbLrcken^ Freilich haben zu allen Zeiten und besonders wieder in unseren Tagen Ungerechtigkeit und Unverstand, Neid und Mißgunst diese Verdienste zu verkleinern und zu verdunkeln gesucht. Aber andrerseits fehlt es doch gerade in jüngster Zeit nicht an bedeutsamen Stimmen, die mit vornehmer Objektivität den Juden volle Gerechtigkeit widerfahren lassen. Um nur zwei Beispiele anzuführen: „Wenn ich bedenke/ schreibt Olive Schreiner, eine hervorragende englische Romanschriftstellerin, „welche gähnende Kluft entstände, wenn der geistige Emfluß der Juden aus der

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