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Im deutschen Reich · 1907-04-01 · Heft 4 (April 1907) · p. 248

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 4 (April 1907)
Article
Berlin
Date
1907-04-01
Page
248 (sequence 4)
Language
German
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248 Im deutschen Reich. HauptagiLator Hans v. Mosch Strafantrag wegen Buchfälschung und Unterschlagung gestellt. Leicht ist der Leitung des Bundes dieser Schritt nicht gefallen; vor wenigen Tagen noch war sie bemüht, die böse Affaire zu vertuschen. Das Verbandsorgan erklärte noch vor wenigen Tagen: „Wir werden den Redakteuren der Judenblätter, die wohl schon ihre Griffel gespitzt haben, nicht den Gefallen tun, diese Dinge der Oeffentlichkeit preiszugeben." Nun hat aber das Vertuschungsspstem nicht länger aufrecht erhalten werden können. Hans von Mosch hat seinerseits die „Hochwacht" wegen verleumderischer Beleidigung verklagt. Er behauptet, aus dem Deutschen Volksbund ausgetreten zu sein, weil er mit der Geschäftsführung nicht einverstanden war. Eine Versammlung von jetzigen und ehemaligen Mitgliedern des Deutschen Volksbundes zu Berlin hat folgende Resolution angenommen: „Die Versammelten verurteilen die mit den verwerflichsten Mitteln betriebene, allen deutschen sittlichen und rechtlichen Anschauungen widersprechende Kampfesweise der „Deutschen Hochwacht" gegen Herrn v. Mosch aufs schärfste." Dazu bemerkt die „Freisinnige Zeitung": „Dem Urteile der Berliner Mitglieder des Deutschen Volksbundes über die Kampfesweise der „Deutschen Hochwacht" wagen wir nicht zu widersprechen, da diese Volksbündler einander am besten kennen müssen." Vor kurzem hat sich hier eine „Vereinigung jüdischer Korporationen" gebildet, der sämtliche an den Berliner Hochschulen bestehenden jüdischen Studentenkorporationen beigetreten sind. Der Zweck der Vereinigung ist, unter Wahrung der Eigenart und Selbständigkeit der einzelnen Korporationen die gemeinsamen Interessen der jüdischen Studentenschaft zu vertreten und rameutlich antisemitische Angriffe abzuwehren. Im Saale der Viktoria-Brauerei fand am 3. März die Generalversammlung des Hilfsvereins der deutschen Juden statt, lieber die Lage in Rußland sprach Dr. Nathan, der die Zukunft Rußlands sowohl in politischer wie in finanzieller Hinsicht als eine solche schilderte, die den Hilfsverein nötige, sich für alle Eventualitäten gerüstet zu halten. Dann leitete Privattozent Dr. Mittwoch mit einigen Worten einen Vortrag des Herrn Br. Faitlowitsch aus Paris über die Falaschas ein. Dr. F. war in der Lage, auf Grund persönlicher Anschauungen über diesen versprengten Stamm des Judentums zu berichten.

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