Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 4 (April 1907)
- Article
- Berlin
- Date
- 1907-04-01
- Page
- 245 (sequence 1)
- Language
- German
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Korrespondenzen V Berlin, 20. März. In der am 6. März abgehobenen Reichstagssitzung hat der antisemitische Abg. Bindew xlb eine völlig harmlose Stelle der Kolonialdenkschrift zu einem für sein Kulturniveau charakteristischen Ausfall gegen die Juden benutzt, der es verdient, der Vergessenheit entrissen zu werden. Die kurze Notiz lautet:,Die inSwakopmund zahlreich vertretenen Israeliten haben sich dort zu einer Kultus gemeinde zusammengetan und pflegen neben dem Gottesdienst die Unterstützung kranker und armer Glaubensgenossen/ An diese für die Juden durchaus ehrenvolle Notiz knüpfte der Antisemit Bindewald nachstehende, seiner Denkungsart völlig entsprechende Betrachtung: „Daß eine israelitische Gemeinde bereits in Swakopmund besteht, ist der beste Beweis dafür, erstens, daß in der Kolonie etwas zu holen ist, denn sonst würden die Juden nicht hingehen, und zweitens, daß wir bereits eine große Anzahl von Juden in der Kolonie haben. Zum Dritten geht daraus hervor, daß die Juden dort nicht anders sind als bei uns auch, indem sie einseitig für ihre armen Glaubensgenossen (?) eintreten. Es wäre viel schöner, wenn in der Denkschrift zu lesen wäre, daß diese Juden sich in dem Feldzug recht patriotisch gezeigt hätten, und daß da besondere Leistungen für die deutsche Kalcme zu verzeichnen wären. Das wäre jedenfalls viel schöner, als was wir hier lesen. Auf Seite 92 und 93 befinden sich auch einige Stellen, die entschieden darauf schließen lassen, daß die jüdische und die fremde Bevölkerung sich in der Kolonie stark eingenistet hat. Es heißt auf Seite 92: „Unternehmende Leute fischen in der Walfischbai und bringen die Beute nach Swakopmund, wo sie ein Zwischenhändler mit lohnendem Verdienst an die Haushaltungen absetzt/ Ich bin überzeugt, wenn man nach dem Namen dieses Zwischenhändlers forscht, so wird derselbe Lewi oder Kohn heißen/ Weiter auf Seite 93 heißt es: „Auch die vorwiegend aus Kapstadt eingewanderte jüdische Konkurrenz hat diesen Zustand nicht zu ändern vermocht/ Es ist vorher von den hohen Preisen die Rede. Da möchte ich den Herrn Kolonialdirektor bitten, im Interesse der Entwicklung von Süd-