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Im deutschen Reich · 1907-04-01 · Heft 4 (April 1907) · p. 220

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 4 (April 1907)
Article
Wie wehren wir dem Abfall vom Judentum?
Date
1907-04-01
Page
220 (sequence 1)
Language
German
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220 Zw deutschen Reich. Wie Wehren wir dem AbfaT vom Judentum? Von Oberlehrer vr. Dannenberg-Seesen. fix der Januarnummer des Jahrganges 1905 der Zeitschrift „Im Deutschen Reich" findet sich die Übersetzung eines brasilianischen Zeitungsartikels, der in sympathischer Weise eine Schar russischer Juden begrüßt, die, aus der Heimat flüchtend, eben im Staate Rio Grande do Sul angekommen waren. Der Artikel beginnt mit den Worten: „Es ist fast unerklärlich, daß die Juden nach so vielen Jahrhunderten eines Nomadenlebens voll Prüfungen nicht ihren religiösen Überlieferungen, die ihnen so viel Haß und Verfolgung zuzogen, entsagt haben." Wie von diesem brasilianischen Zeitungsredakteur, so kann man auch in Deutschland von manchen wohlmeinenden christlichen Mitbürgern, die dem Antisemitismus durchaus abhold sind, die Meinung aussprechen hören, daß es doch das einfachste für uns wäre, allen Kränkungen und Leiden durch den Uebertritt zum Christentum ein schnelles Ende zu machen. Wenn Andersgläubige, die sich nicht die Mühe nehmen und wohl auch nicht imstande sind, sich vollständig in die Lage und in die Seele eines Juden zu versetzen, vom sicheren Port aus zu solchem Rat sich bewogen fühlen, so mag man das ihrem mitfühlenden Herzen zugute halten. Leider aber stehen wir vor der betrübenden Erscheinung, daß Hunderte und Tausende unserer Glaubensgenossen diesen Rat zur Tat machen, ja daß es sogar Juden gibt, die sich nicht scheuen, öffentlich zum Abfall aufzufordern. Angesichts dieser Tatsachen drängen sich uns immer wieder die Fragen zur Beantwortung auf: Wie ist der Massenabfall zu erklären? Warum ist er zu verwerfen? Und was können wir tun, um ihm entgegenzuwirken? Vor Zeiten war es anders. Bis gegen das Ende des 18. Jahrhunderts war den Juden ihre Religion das höchste Gut. Und ob sie auch unendlich viel mehr als wir unter Haß und Verfolgung zu leiden hatten, von vereinzelten Ausnahmen

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