Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 4 (April 1907)
- Article
- Die erste Delegierten-Versammlung
- Date
- 1907-04-01
- Page
- 205 (sequence 5)
- Language
- German
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Die erste DelegierLen-Versamrnlung. 205 werde, und daß dadurch der Central-Verein immer mehr wachsen, blühen und gedeihen möge. (Beifall.) Der Vorsitzende drückte beiden Referenten den Dank des Vorstandes aus und eröffnete dann die Diskussion, über die wir Folgendes berichten: Der erste stellvertretende Vorsitzende des Central-Vereins, Justizrat Dr. Eugen Fuchs, erklärt, daß eine nicht der zufälligen Mehrheit einer Berliner Mitgliederversammlung, sondern der Wahl von Ortsgruppen entstammende, fest gegründete Delegierten-Versammlung vorzüglich geeignet sei, dem Vorstande helfend und informierend Zur Seite zu stehen. Die Fühlung mit den hiesigen und auswärtigen Mitgliedern sei bisher von dem Vorstand nicht nur durch einen regen Briefwechsel und zahlreiche auswärtige Versammlungen, sondern auch durch das Vereinsorgan hergestellt worden. Eine Vereinigung von 20 000 Einzelmitgliedern und von 120 korporativ angeschlossenen Organisationen bedürfe aber einer festeren und zwar einer solchen Grundlage, die dem Vorstande für alle seine Handlungen eine sichere Direktive geben könne. Von der Delegierten-Versammlung erwarte er, daß sie diese Richtung Zu geben sich befähigt erweisen werde. Bis diese Institution Lebenskraft gewinnen könne, müsse aber die Bildung von Ortsgruppen im ganzen deutschen Reiche mit Eifer betrieben werden; denn bei den jetzigen Zeitläuften gäbe es für die vielfach bedrängte, deutsche Judenheit nur ein Hilfsmittel: das Streben, Kraft und Einfluß zu gewinnen, um gegen jeden bösen Angriff gerüstet zu sein, mag es sich darum handeln, unsere Religion gegen Verunglimpfung zu schützen, die Sicherheit des Einzelnen und die Aufrechterhaltung unserer staatlichen und bürgerlichen Gleichberechtigung zu verbürgen, von den Behörden und von den Parlamenten genügenden Schutz unserer Rechte zu erlangen, unsere sozialen Verhältnisse zu verbessern, bisher unseren Glaubensgenossen verschlossene Berufe zu eröffnen und Erschwerungen ihrer Erwerbsverhältniffe nach Kräften zu verhindern. Nach 13jähriger angestrengter Arbeit auf diesem Gebiete sei manches erreicht worden. Es habe sich jedoch weder die volle Anerkennung unserer sozialen und staatsbürgerlichen Gleichberechtigung erzielen, noch tief bedauerliche Zurücksetzungen im gewerblichen Leben verhindern lassen. Aus diesem Grunde sei es das dringendste Gebot der Notwendigkeit,