Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 3 (März 1907)
- Article
- Berlin
- Date
- 1907-03-01
- Page
- 182 (sequence 3)
- Language
- German
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182 Im deutschen Reich. das Organ Liebermann v. Sonnenbergs in desto schärferem Spott und desto wüsteren Beschimpfungen gegen die so kläglich unterlegenen Brüder. Die ^Deutschsozialen Blätter" stellen fest, daß der Kandidat der Reformer, Hauptmann a. D. Simons, in Kassel volle sechs Stimmen erhalten hat. Das sei „der Erfolg der planmäßigen und niederträchtigen Hetze, die man gegen Herrn Amtsgerichtsrat Lattmann von dieser Seite eröffnet hatte, angestachelt von Rachsucht, Bosheit und kleinlichem Neid gegen den vortrefflichen Mann." Weiter wird die Agitation der Reformer eine „unsinnige und maßlose Bewegung" genannt, deren Träger sich zum großen Teil „wie die Wilden gebärdeten und vor keinem Mittel der Lüge und Verleumdung zurückschreckten". äsi Danzig, 21. Februar. In der verflossenen Nacht starb sanft nach langem Leiden der Vorsteher der hiesigen Spnagogen- Gem«ünde, Kaufmann Philipp Simson, im fast vollendeten 72. Lebensjahre. Der Dahingeschiedene hat als Vertrauensmann des Central-Vereins unserer Sache stets ein reges Interesse gewidmet und sie mit Eifer und Hingebung gefördert. Wir beklagen deshalb sein Hinscheiden tief und werden sein Andenken stets in Ehren hatten. -st Königsberg i. Pr., 12. Februar. Die „Königsberger Hartungsche Zeitung" berichtet: Im überfüllten Saale des Artushofs sprach am 10. d. M., Juftizrat Dr. Horwitz vom Vorstand des Central-Vereins" über das Thema „Die Pflicht des Tages." Stadtrat Magnus begrüßte die Versammlung, in der auch Zahlreiche Frauen anwesend waren, sowie den Redner im Namen des Central-Vereins. Juftizrat Di'. Horwitz führte in seiner Rede aus: Es sei ihm eine besondere Freude, in der Stadt der reinen Vernunft über einen Gegenstand zu sprechen, der zwarvornehmlich als Sache der bloßen Vernunft anzusehen, aber doch auch Herzenssache geworden sei. Es sei vielleicht vermessen, das Thema als die Pflicht des Tages zu bezeichnen, als ob die Versammlung daran erst gemahnt werden müsse. Und doch sei es notwendig. In keiner anderen Gemeinschaft hätten sich die Dinge so entwickelt, daß die Gemeinschaft in den Schmutz niedergezogen würde und doch der einzelne sich dabei sage: Ich bin damit nicht gemeint. Wenn einer Gemeinschaft, der man freiwillig oder zwangsweise angehöre, vorgeworfen wird, sie sündige wider alle Gebote der Moral, dann gebe es nur Zwei Wege: entweder hört