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Im deutschen Reich · 1907-02-01 · Heft 2 (Februar 1907) · p. 124

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 2 (Februar 1907)
Article
Berlin
Date
1907-02-01
Page
124 (sequence 7)
Language
German
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124 Im deutschen Reich. Bevölkerungsklassen zu Gewalttätigkeiten gegeneinander, begangen durch Reden und Flugblätter, zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden war. — Die am 18. Januar nach dem Bötzow- Ausschank in Berlin, PrenZlauerallee, einberufene Pückler-Bersammlung verfiel der polizeilichen Auflösung. Gras Pückler kritisierte als „Kandidat" des fünften Berliner Reichstagswahlkreises die gegenwärtige Kolonialpolitik und befürwortete eine Deportation von Verbrechern nach den Kolonien nach französischem Muster. Wenn man ihn in den Reichstag wählen würde, dann werde alles anders werden. Durch ihn werde Christus die Rettung des Lebens schicken und jedem Christen Schwerter in die Hand geben, um damit die Straßen Berlins zu säubern. Bei diesen Worten löste der überwachende Polizeileutnant die Versammlung auf. * Luckenwalde, 15. Januar. Die hiesige Stadtverordneten- Versammlung hat den Antrag des Magistrats, das Verbot des Sch achtens betreffend, einstimmig abgelehnt. < Breslau, 15. Januar. Der kürzlich hier verstorbene Stadtverordnete Maurermeister Schürtzmann hat seine im Leben bewährte vorurteilslose Gesinnung auch in seinem letzten Willen Zum Ausdruck gebracht. Er vermachte dem hiesigen Magistrat ein Vermögen von weit über eine halbe Million mit der Bedingung, daß seine Witwe bis Zu ihrem Lebensende im Genuß der Zinsen des Kapitals bleibe, nach ihrem Tode aber das Kapital zur Erbauung billiger Wohnungen für ärmere Leute benutzt, der vierte Teil dieser Wohnungen aber an bedürftige jüdische Bürger vergeben werde. Eine solche Gesinnung eines christlichen Bürgers verdient die ehrenvollste Anerkennung. X Stolp i. P., 10. Januar. Vor der hiesigen Strafkammer ist kürzlich der Kellner Rudolf Strauß zu einem Jahr und sechs Wochen Gefängnis verurteilt worden, weil er unter dem Vorgeben, den Mörder des Gymnasiasten Winter in der Person eines reichen Juden aus Ostpreußen in Chicago gesunden zu haben, die Staatsanwaltschaft in Könitz um 200 Mark zu betrügen versuchte. < Pyrit;, 11. Januar. Der frühere Pastor Krösell ließ in seinem Blatte „Mittelstand" bestimmt erklären, daß die Nachricht des hiesigen Kreisblattes, er sei aus der „Wirtschaftlichen Vereinigung" des Reichstages ausgeschlossen, erlogen sei. Demgegenüber in das Kreisblatt dabei geblieben, daß der

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