Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1907)
- Article
- Berlin
- Date
- 1907-02-01
- Page
- 123 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Korrespondenzen. 123 Juden in den preußischen Städten„Die vom König!, statistischen Landesamt in Berlin veröffentlichten ErgeLnisse der Volkszählung von 1905 ermöglichen die Berechnung, welches Kontingent die Juden Zur Stadtbevölkerung liefern. In den 1279 Städten Preußens leben 16 V2 Millionen Christen und 351 580 Juden; mehr als die Halste aller Christen (55,11 o/o) wohnt in Landgemeinden, von allen preußischen Juden dagegen nur V7 (14,55 %). Dieser große Unterschied ist hauptsächlich daraus Zurückzusühren, daß beinahe die Halste aller preußischen Juden in Berlin und den großen Städten mit mehr als 200 000 Einwohnern lebt, von den Christen dagegen nur 12,87 o/g. In der Verteilung der Christen und Juden aus die anderen Slädte sind nur unerhebliche Abweichungen sestzustellen. Gegen das Jahr 1900 hat sich bei der Volkszählung im Jahre 1905 die Zahl der Juden in IO Städten mit über 1000 jüdischen Einwohnern um 1156 Personen vermindert, in 23 dagegen um 25 510 vermehrt, sodaß die Gesamtzunahme 24 354 beträgt. Hiervon entfallen 17 251 aus Berlin, Charlottenburg, Schöneberg und Rixdors, die übrigen hauptsächlich auf rheinländische Städte. In 14 Städten mit 500—1000 jüdischen Einwohnern hat' die Zahl der Juden um 892 zugenommen, in 25 dagegen um 924 abgenommen. Berücksichtigen wir, daß der Zunahme um 24 322 Juden in den behandelten 72 Städten eine Steigerung der jüdischen Bevölkerung in ganz Preußen um nur 17 179 Personen gegenübersteht, so ergibt sich daraus, daß in den übrigen Gemeinden die Zahl der Juden sich wenigstens um 7143 vermindert hat. In 7 Städten (Zempelburg, Strasburg, Schwetz, Landsberg, Schrimm, Rawitsch, Czarnikau), in denen jüdische Gemeinden mit mehr als 500 Mitgliedern im Jahre 1900 bestanden, ist die Zahl der J-rden im Jahre 1905 auf unter 500 zurückgegangen. Mit Ausnahme der Berliner Vororte und einer unerheblichen Steigerung des Prozentameils der Juden an der Gesamtbevölkerung in einigen rheinischen Städten und in wenigen anderen, wie Wiesbaden, Fulda, Marburg und Görlitz ist die jüdische Bevölkerung im Verhältnis zur christlichen überall zurückgegangen, besonders stark in den Ostprovinzen.^ Das Reichsgericht har die Revision des Grafen Pückler-Klein-Tschirne verworfen, der am 20. Oktober vorigen Jahres vom Landgericht I wegen Aufreizung verschiedener