Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1907)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1907-02-01
- Page
- 114 (sequence 13)
- Language
- German
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1U Zm deutschen Reich. Knäuel stammen, welcher sich irr unseren Händen befindet. Unsere Gelehrten erdachten politische Fesseln für die Welt, mit welchen die ganze Menschheit jetzt gefesselt ist." Die „Zionistische Vereinigung für Deutschland" hat bereits erklärt, daß niemals ein Zionist eine solche Rede gehalten und jene Schrift von keinem Zionisten versaßt sei. Das Machwerk ist ein völlig im Stile der bekannten „Großrabbiner-Rede" gehaltenes antisemitisches Geistesprodukt, würdig seiner Erfinder — und seiner Verbreiter. Mit vergifteten Waffen werden unsere Glaubensgenossen auch in Rußland bekämpft, nicht nur zu ihrem Unheil, sondern auch zu dem des ganzen Zarenreiches. Jeder von unbekannter Hand irgend eines Verzweifelten gegen einen der grausamen Machünhaber verübte Meuchelmord wird den Juden Zugeschrieben und dient den russischen Rückschrittlern als Mittel, den schwankenden Zaren zu verhindern, das ihm von seinen Ministern unterbreitete milde Judengesetz zu unterzeichnen. Auf dem Schreibtische des russischen Selbstherrschers bleiben so auch andere wichtige Ukase unendlich lange liegen, bis die Entscheidung schließlich doch nicht als Ergebnis einer reiflichen Erwägung nach der einen oder der anderen Seite fällt, sondern unter mehr oder minder sanftem Zwange des allerletzte Ratgebers. Die russischen Minister sind dabei offenbar beinahe machtlos, und der Fall Herzenstein beweist, daß auch der Justizminister gegen die kleinen Leute nichts vermag, die nm Hose des Zaren über die Geschicke eines Weltreiches mit zu bestimmen .scheinen. Vor einem halben Jahr ist der dem linken Flügel der Kadetten angehörige Abgeordnete Herzenstein im Bade Terijoki iFlNulano) von zwei unbekannten Leuten hinterrücks überfallen und ermordet worden. Die liberale Presse bezeichnete als die intellektuellen Urheber der Tat ohne weiteres die „wahrhaften Russen", deren Petersburger Kampsorganisarion schon damals bestand. Interessant war, daß ein Blatt der „wahrhaften Russen" die Tat für ein Gottesurteil erklärte, während ein anderes das Verbrechen bereits als geschehen meldete, als es noch garnicht begangen war. Die Untersuchung der Behörden führte damals zu nichts. Neuerdings nun teilt die Zeitschrift „Rjetsch" mit, sie befinde sich im Besitz gar nicht anzufechtender Beweise dafür, daß der Mord eine Veranstaltung des Führers der Kampforganisation des St. Petersburger Volks-