Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1907)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1907-02-01
- Page
- 105 (sequence 4)
- Language
- German
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Umschau. 105 gegen einzelne bekannte Agrarier gewandt, wenndiese mit dem judenseindlichen Führer der Deutsch-Sozialen, Liebermann von Sonnenberg an einem Strange zogen, niemals aber gegen die Vertreter der Landwirtschaft» Im Gegenteil hat der CenLral-Verein stets „die Erziehung der jüdischen Jugend zur Bodenkultur" als das beste Mittel betrachtet, das antisemitische Vorurteil Zu bekämpfen und ist deshalb in Wort und Tat für die diesem Zweck gewidmete Anstalt in Ahlem gleich bei ihrem Entstehen eingetretsn und seitdem bemüht geblieben, sie weiter zu fördern. Die deutschen Juden, die sich als Landwirte trefflich bewähren, würden vielleicht selbst gar keine üblen Vertreter der Landwirtschaft sein, wenn man ihnen dies nicht so sehr erschwerte und besonders durch eine verkehrte Politik und durch den zunehmenden Rüssenantisemitismus den Ausenthalt in den Ostmarken verleidete. Hier haben die Juden früher auf dem Lande Zwischen den katholischen Polen und deutschen Protestanten vermittelnd gewirkt und dis Kluft zwischen den Nationalitäten überbrückt, die jetzt durch die Verdrängung des jüdischen Elements und eine ungesunde gegenseitige Güter-Preistreiberei sich immer wehr erweitert. Die Entvölkerung der Ostmarken durch den Wegzug der Juden ist nicht den Polen zuzuschreiben, wenn auch das slavische Element sich dadurch dort immer mehr ausbreitest sondern den Berwaltungskreifen, die sich durch nationale Redensarten über den Wert des jüdischen Bevölkerungselements für eine Provinz mit gemischten Nationalitäten täuschen lassen. Daß viele Juden in den Ostmarken den Staub von den Füßen geschüttelt haben, war auch nur eine natürliche Folge der Wahrnehmung, daß ihre Begeisterung für deutsche Sprache und Gesittung von vielen protestantischen Deutschen unterschätzt, von den katholischen Polen aber ihnen arg verübelt und mit geschäftlicher Schädigung vergolten wird. Mit den Katholiken in Posen und Schlesien haben sich die deutschen Juden immer gut vertragen, und gerade in diesen Provinzen wurde es immer dankbar anerkannt, daß die Zentrums^ artet die Rechte des ganzen Volkes auch auf religiösem Gebiete vielfach hoch gehalten und auch die Bedrängung der jüdischen Religionsgenossenschaften und ihrer Einrichtungen vielfach übzuwehren versucht hat. Bei der Agitation vor den Reichstags-