Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1907)
- Article
- Von schlesischen Bädern
- Date
- 1907-02-01
- Page
- 102 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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102 Im deutschen Reich. Lx ungue ieonem! ^Von Antisemitismus", heißt es in jenem Artikel, „tann hierbei keine Rede sein. Es gehört doch wohl keineswegs zu einem religiösen Gebrauche, so schmutzig Zu sein." Aus diesen Sätzen des Artikelschreibers erkennt man unschwer, weß Geistes Kind er ist! Wenn ihm so sehr daran gelegen ist, Mißstände schlimmster Art in Badeorten zu geißeln, — warum gießt er nicht die Schale sittlicher Entrüstung über die eines zivilisierten Staates unwürdigen Zustände in Borkum aus, wo allabendlich Badegäste ohne Kaftan „mit westlicher Kultur" die wüstesten Szenen aufsühren? Ueber Borkum aber findet sich in derselben Nr. 27 jener Zeitung eine empfehlende Notiz. Jeder Badegast, gleichgiltig, welcher Nation und Konfession er angehörr, wöge gehalten sein, sich den üblichen hygienischen Vorschriften zu fügen. Man messe aber mit gleichem Maß! Nicht nach dem Schnitt des Rockes, der Hosen und der Höhe des Kragens! Selbst hochwohllöbliche Behörden, nicht nur in Köpenick, könnten sonst Jrrtümern unterliegen. Die Aerzte aber mögen sich Badeverwaltungen, die derartige kleinliche und einseitige Maßnahmen treffen, wie in Reinerz, Cudowa und Salzbrunn, merken. Der Kaftan ist lang, mancher Zopf aber noch länger! W. c2^ Umschau. «lar und deutlich ist in den Satzungen des Central - Vereins als der Zweck dieses Vereins angegeben, die deutschen Juden ohne Unterschied der religiösen und politischen Richtung zu sammeln, um sie in der Wahrung ihrer staatsbürgerlichen und gesellschaftlichen Gleichstellung und in der Pflege deutscher Gesinnung zu bestärken. Tatsächlich hat sich auch unser Verein im Laufe der verflossenen 13 Jahre als ein großes neutrales Feld erwiesen, auf dem Männer der verschiedensten politischen und religiösen Richtung einmütig zusammenstehen, um nach und nach die ihnen feierlich verbrieften Rechte zu verwirklichen, die bisher zum Teil nur auf dem Papier standen. Dem Grundsätze