Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1907)
- Article
- Was muß jeder Kaufmann und Handlungsgehilfe vom deutsch-nationalen Handlungsgehilfen-Verband (D. H.-V.) wissen?
- Date
- 1907-01-01
- Page
- 37 (sequence 4)
- Language
- German
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Was muß jeder Kaufmann vom D. H -V. wissen? Z7 Berichten die Handelswacht, das Organ des D. H.-V. mit dem Erfolge, daß das Schöffengericht in Eberswalde in dem Gebrauche dieser Ehrentitel gegenüber andern Vereinen das Vorhandensein einer Beleidigung nicht erblickt habe, ein Beweis, auf welchem Niveau die offizielle Verbandsleitung ihre ^geistigen Kämpfe" ausficht. Neben Schack führt für den D. H.-V. das größte Wort ein Richard Döring in Hamburg. Er predigte am 1. April 1906 eine Blut- und Eisen-Lheorie gegen das Judentum, indem er sagte, daß die deutschen Glieder des Kaufmannsstandes immer mehr in dauernde Abhängigkeit geratm, daß ein fremder Geist in allen Zweigen unseres Berufes zu Einfluß, Macht und Herrschaft gelangt, daß weite Kreise unseres Volkes sich führen lassen von Elementen, die keinerlei deutsch-nationales Empfinden besitzen können, und daß es manchmal scheine, als müßte unser Volk noch einmal durch Blut und Eisen gehen, bis wir uns endlich über die Schranken der verschiedenen Klaffen, Konfessionen und Parteien zusammenfinden als Glieder eines Volkes. Als Gewährsmänner für feine Anschauungen berief sich der „teutsche" Held dann aber nicht auf Stöcker, Ahlwardt und'den Dreschgrafen Pückler, sondern auf: Kant, Goethe und Bismark. Aber nicht nur mit Worten betreiben solche Geister ihre Standeebewegung. Am 5. April 1906 sprengten sie in Berlin mit Lärm und Tätlichkeiten eine vom „Verein der Deutschen Kaufteure" einberufene Versammlung, weil nach einer ll/4 ständigen Rede des als Gast anwesenden „deutsch-nationalen" Gruppenvorstehers der gegnerische Referent das Schlußwort erhielt. In ihrer Nummer vom 15. November 1906 berichtet die „Handelswacht" mit Stolz davon, daß bei einer Versammlung des Vereins der Deutschen Kaufleute in Danzig ein „schwarzgelockter Daitscher" oon Deutsch-Nationalen geohrseigt worden sei, die sich dort als Gäste befanden. Nicht selten sehen sich aber auch selbst die Leiter des D. H.-V. auch genötigt, verführte Anhänger ihrer Bestrebungen von sich abzuschütteln, so jenen Hapnauer Jüngling, der nach derLadenschlußzeit einen jüdischen Kaufmann aus Gefälligkeit um den