Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1907)
- Article
- Die russische Revolution und die russischen Juden
- Date
- 1907-01-01
- Page
- 19 (sequence 16)
- Language
- German
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Die russische Reoolunon und die russischen Juden. 19 heraus, unter der Behauptung, er dürfe nur in dev Zone wohnen. Oder es ereignete sich etwas anderes: ein Jude in der Zone hatte eine Großmutter, die 120 m von seinem Hause entfernt schwerkrank daniederlag; er hatte den Wunsch, sie auszusuchen. Das wurde ihm aber verboten, denn er durste die Zone nicht verlassen. Man hielt sich aber nicht allein an die Lebenden, sondern man vergriff sich auch an den Toten; wenn Friedhöfe auch nur mir einem kleinen Teil aus dem Stadtgebiete, aus der Zone herausragten, so wurde es den Juden verboten, dort ihre Beerdigungen vorzunehmen, und wenn sie vorgenommen waren, so mußten die Toten wieder ausgegraben und entsernt werden. Das sind Erfahrungen, die natürlich eine Bevölkerung in tiefste Erregung versetzen müssen, weil es ganz sinnlos ist, in derartiger Weise menschliche Wesen zu behandeln; sinnlos vom Standpunkte der Staatsraison ans, freilich nicht sinnlos vom Standpunkte der russischen Bureaukrane aus; denn jede dieser Drangsalierungen bedeutet für die russische Vureaukratie eine Einnahmequelle. Man kann sich, wenn überhaupt, nur durch Trinkgelder aus den Schlingen dieser Gesetzgebung befreien. Andere Beispiele. In Kiew gab es eine Anzahl von Personen, die dort berechtigterweise wohnen konnten; die e Juden hatten Frauen, und diese Frauen begingen die Unvorsichtigkeit, Milch auf dem Markte zu verkaufen, und weil es ihnen nicht gestaltet war, Milch auf dem Markte zu verkaufen, so entschloß man sich dazu, diese böswilligen Juden als ungehorsame Staatsuntertanen aus Kew überhaupt auszuweisen. Oder man wollte in Moskau eine Synago eröffnen. Im allgemeinen ist es doch der Standpunkt der Regierungen christlicher Völker, daß sie die Pflege der Religion ihrerseits zu fördern suchen. Der Großfürst Sergius aber war der Ansicht, daß es zu einer Verschimpfierung Moskaus beitragen würde, wenn eine Synagoge in Moskau eröffnet würde. Die bereits erbaute Synagoge durfte nicht eröffnet werden. Oder aber während des russischjapanischen Krieges kamen verwundere Juden nach Moskau, und diese Verwunderen wurden in den dortigen Hospitälern gepflegt. Aber daß ihre Verwandten, ihre Frauen und Kinder, die in der Zone wohnten, zu ihnen kommen dursten, das war verboten (Bewegung). Und so waren diejenigen, die ihr Blut und ihre Gesundheit für ihr Vaterland Rußland hingegeben hatten, nicht einmal in der Lage, ihre Lieben an ihrem Krankenbette, in