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Im deutschen Reich · 1907-01-01 · Heft 1 (Januar 1907) · p. 13

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 1 (Januar 1907)
Article
Die russische Revolution und die russischen Juden
Date
1907-01-01
Page
13 (sequence 10)
Language
German
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Die russische Revolution und die russischen Juden. lä bedeutet an und für sich eine Verminderung seines^ Vermögens, aber es bedeutet mehr. Es bedeutet, daß jene Kalamitäten über Rußland immer von neuem Hereinbrechen, die seit dem Mittelalter und mindestens seit der neueren Zeit aus Europa verschwunden sind, nämlich die Hungersnöte in der allerfurchtbarsten Art, sie, die ursprünglich seltener austraten, die sich dann alle 3—4 Jahre, fetzt aber fast Jahr für Jahr, in erschreckender Ausdehnung wiederholen. Was bedeutet eine Mißernte und dann solche Hungersnot für den russischen Bauern? Sein Vieh stirbt; er ist nicht in der Lage, es Zu ergänzen, oder bevor es stirbt, sucht er es um jeden Preis Zu verkaufen. Mit den letzten Rubeln, die er hat, erwirbt er dann etwas Brot für den Winter. Auch dieses Brot reicht nicht aus, und nunmehr ist es an der russischen Regierung, für die russischen Bauern zu sorgen. Wie sie das thut, konnte Ihnen jetzt aus den Zeitungen wieder außerordentlich klar werden. Sie haben gelesen, in welcher Weise der bekannte Gurko mit einem Wasserrohr-Fabrikanten — ich will den eigentlichen Geschästsberrieb dieses Mannes nicht näher bezeichnen — die hungernden Bauern versorgt hat, wie sie ihr Geschäft betrieben, das für den Fabrikanten der Röhren sehr vorteilhaft gewesen zu sein scheint, für Gurko auch, das aber den hungernden Bauern weder Brot noch Saat brachte. Wenn dann ein solcher russischer Winter mit allen seinen Schrecken über ein Dorf hereinbricht, so hält das Entsetzen seinen Einzug. Die Hütte verfällt; um das Vieh zu füttern, wird sie abgedeckt; die Strohdächer werden verfüttert, und jetzt beginnt der Schnee hereinzuriefeln. Tie Leute kriechen mit dem letzten Vieh zusammen. Sie führen kein Menschendasein mehr, sie führen nur noch das Dasein von halbwilden Tieren, und die einzige Labung, die der Mann, der Bauer, aber auch die Frau und nicht selten selbst die Kinder alsdann haben, besteht in dem, was die russische Regierung ihnen zu reichen bereit ist und wovon sie eine sehr hohe Steuer nimmt, nämlich Schnaps. Der Erfolg ist der, daß der russische Bauer, der gutartig ist, der von den Leuten, die ihn intim kennen, als keineswegs unintelligent geschildert wird, auf eine immer tiefere Stufe der Barbarei, zur Vertierung herabsinkt, und daß, wenn er alsdann losbricht, sich Szenen abspielen, wie Sie sich die Schreckensizenen des deutschen Bauernkrieges im 16. Jahrhundert denken müssen. Was Kaiser Alexander UI. gesagt hat: Räume mir mit

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