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Im deutschen Reich · 1907-01-01 · Heft 1 (Januar 1907) · p. 12

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 1 (Januar 1907)
Article
Die russische Revolution und die russischen Juden
Date
1907-01-01
Page
12 (sequence 9)
Language
German
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12 Zrn deutschen Reich. Man rechnet, daß 2 Millionen durch die Auswanderung aus dem eigentlichen Rußland sich verflüchtigt haben, so daß die Vermehrung der russischen Bauernbevölkerung 34 Millionen Köpfe beträgt, die den eigentlichen Körper des russischen Reiches darstellen. Nun lassen Sie uns diesen gepeinigten Körper des russischen Reiches etwas näher betrachten. Im Jahre 1860 befaß das Familienoberhaupt, also der männliche Bauer, 4,8 Desjatin Land, im Jahre 1880 besaß er 3,5, im Jahre 1900 2,6 Desjatin Land, und die höchsten Zuverlässigen Berechnungen, die es in Rußland gibt, besagen, daß es vielleicht 3 Desjatinen sind. Diese Staffel zeigt Ihnen, wie das Los des russischen Bauern nach der Befreiung sich von Jahrzehnt zu Jahrzehnt verschlechterte. Der Landbesitz, den er hatte, war immer recht dürftig bemessen. Auch mit 4,8 Desjatin Land, die er ursprünglich gehabt hat, war es für ihn kaum möglich zu leben. Mit 2,6 Desjatin, im höchsten Falle mit 3 Desjatin Land zu leben, ist bei der jetzigen Wirtschaftsmethode ein Ding der Unmöglichkeit. Die 34 Millionen Bauern, die seit dem Jahre 1861 hinzugekommen sind, bedeuten eine ungeheure Kalamität für Rußland. Diese Volksvermehrung würde für jedes Zivilisierte Land einen wesentlichen Zuwachs an Kräften bedeuten; für Rußland ist es ein Unglück, daß seine Bevölkerung so gewachsen ist, und zwar ist es ein Unglück, weil die Regierung unfähig gewesen ist, den großen Ausgaben, die damit an sie herangetreten sind, gewachsen zu bleiben. Ich muß es Ihnen klar zu machen suchen, was es heißt, daß der Bauer heute soviel weniger Land hat, als vor 40 Jahren. Welche Wirkung hatte das? Auf 1000 Höfe kamen im Jahre 1870 9329 Stück Vieh, im Jahre 1880 8345 Stück Vieh, im Jahre 1890 7294 Stück Vieh, im Jahre 1900 6474 Stück Vieh; und der Rückgang setzte sich fort. Der Bauer verarmte, sein Viehstand ging zurück. Ebenso war es mit den Pferden. Rußland, dieses pferdereiche Land, geht mehr und mehr auf diesem Gebiete Zurück. Die Militärstatistik, also gewiß eine lautere Quelle, die ich für diesen Zweck heranziehe, gibt an, daß auf 28,6 % der Bauernhöfe überhaupt kein Pferd mehr kommt, auf 32,2 % nur ein Pferd, und auf 21,4o/o nur 2 Pferde. Das, meine Damen und Herren, zeigt mit aller Deutlichkeit, wie trostlos allmählich die Lage des russischen Bauern geworden ist. Die Lage des russischen Bauern muß noch etwas näher ins Auge gefaßt werden. Daß sein Landbesitz zurückgegangen ist.

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