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Im deutschen Reich · 1906-12-01 · Heft 12 (Dezember 1906) · p. 709

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
12 (1906)
Issue
Heft 12 (Dezember 1906)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1906-12-01
Page
709 (sequence 11)
Language
German
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Umschau. 709 betrachten sei, scheint der Beachtung wert. Vom jüdischen Standpunkte aus wäre es bedauerlich, wenn als führendes Zentrumsorgan wirklich ein Blatt zu betrachten wäre, das oft nach Art der „reinenAntisemiten" gegen die Juden kämpft, das z.B. den Juden oorwirft, in Lourdes Handel mit katholischen Kultusgegenständen zu treiben, und es nicht als Ehrenpflicht betrachtet^ diese Behauptung zu widerrufen, wenn ihm das Schreiben des Maire von Lourdes unterbreitet wird, wonach jene Behauptung jeden Grundes entbehrt. Ein solches Verhalten entspricht gewiß nicht der Meinung derer, die im Zentrum die Traditionen Windthorsts und Liebers pflegen. Die „Germania" steht aber unter den „antisemitelnden" Zentrumsorganen keineswegs vereinzelt da. Die ultramontane „Trierische Land es Zeitung" des Herrn Dasbach brachte in letzterZeit wiederholt Artikel, in denen die Schürung derrlnzufriedenheit in Rußland den Juden in die Schuhe geschoben wird. Alles Elend der Bauern, alle Scheußlichkeiten und Greuel, die in Rußland geschehen, werden auf das Konto der Juden geschrieben. Mit Recht empfiehlt deshalb die „Breslauer Zeitung" dem Herrn Kaplan die Lektüre des Büchelchens: „Die Sünden Rußlands gegen die katholische Kirche, oder die Geschichte des alten Polen. Nach den Erzählungen eines geistlichen Emigranten. Mainz. Verlag Florian Kupferberg. 1874." Unter dem Titel „Jüdische Frechheit" gestattet sich die in Kempen a. Rh. erscheinende ultramontane „Rheinische Volksstimme" Ausfälle gegen die Juden, von denen wir nur die Aeußerung anführen: „Zuvörderst müssen wir das heuchlerisch verlogene Gebühren der Juden, sich als Deutsche zu bezeichnen, und ihre Anmaßung, in deutsche Angelegenheiten sich hineinzudrängen, entschieden von der Hand weisen." Gegen solche ordinäre Beleidigung deutscher Bürger müßten nicht die Juden, sondern die „anständigen" Zentrumsmirglieder protestieren. Diese haben in München sich erfolgreich gegen die Aufnahme eines ausgesprochenen Antisemiten, des Agitators Wenng in die Redaktion des „Bayerischen Kurier", des dortigen führenden Zentrumsblattes aufgelehnt und diesem nachstehende Resolution unterbreitet: „Es wird die Vorstandschaft des Kasinos beauftragt, dem „Bayerischen Kurier" das Mißfallen der gutgesinnten Zentrumsangehörigen auszusprechen darüber, daß derselbe ein Mitglied (Wenng) in die Redaktion ausgenommen hat, das geeignet ist, Zwiespalt in

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