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Im deutschen Reich · 1906-12-01 · Heft 12 (Dezember 1906) · p. 699

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
12 (1906)
Issue
Heft 12 (Dezember 1906)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1906-12-01
Page
699 (sequence 1)
Language
German
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699 Umschau. fpjfirgenbS hat das Wort Hamlets ,^Jn Bereitschaft sem ist WA alles" eine größere Bedeutung, als im politischen Leben. Deshalb sollten die Rüstungen unserer Gegner, die — wie in einem Schreiben des judenfeindlichen „Deutsch-nationalen Handlungsgehilfen-Verbands" erklärt wurde — schon jetzt für eine energische Führung der in zwei Jahren zu erwartenden Wahlkämpfe Vorbereitungen treffen, uns eine dringende Mahnung, sein, alle unsere Kraft anzuspannen. Der Kampf ist uns aufgedrungen; wir können nicht im Frieden leben, weil es dem bösen Nachbar, dem Antisemiten, nicht gefällt. Dem müssen wir unentwegt dort entgegentreten, wo endgiltig über unser Schicksal, über die Zukunft unserer Kinder entschieden wird, wo unsere bürgerliche Stellung, unsere Gewissensfreiheit, unsere Ehre und Sicherheit zu wahren ist, auf dem politischen Boden. Das ist kein Kampf um die Güter der Erde; das Heiligste schützen wir mit dem Schwerte des Geistes, mit Wort und Schrift. Der Antisemitismus ist der Feind nicht nur des Judentums, sondern auch unsers deutschen Vaterlandes, dessen Bürger er entzweit, dessen Frieden und Wohlfahrt er gefährdet, dessen Stellung unter den Kulturvölkern er erniedrigt, dessen breite Volksschichten er zu verrohen und auf den tiefen sittlichen Standpunkt russischer Hooligans herabzudrücken strebt. Daß wir gegen solche Gegner uns mit allen gesetzlichen Mitteln zu wehren das Recht und die Pflicht haben, hat schon Gabriel Rießer öffentlich betont und dabei erklärt: „Wer mir den Anspruch an mein deutsches Vaterland bestreitet, der bestreitet mir das Recht auf meine Gedanken, meine Gefühle, auf die Sprache, die ich rede, auf die Luft, die ich atme. Darum muß ich mich gegen ihn wehren — wie gegen einen Mörder!" Daß die Antisemiten uns diesen Anspruch bestreiten, verhehlen sie gar nicht; ihr ganzes Trachten ist darauf gerichtet; es bildet den Hauptpunkt des Programms jeder antisemitischen Fraktion. So ist auch auf dem 11. allgemeinen Parteitage der Deutschen Reformparteft der vom 20.—22. Oktober in Kassel stattfand, der § 19 des

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