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Im deutschen Reich · 1906-12-01 · Heft 12 (Dezember 1906) · p. 683

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
12 (1906)
Issue
Heft 12 (Dezember 1906)
Article
Graf Pückler-Klein-Tschirne
Date
1906-12-01
Page
683 (sequence 3)
Language
German
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Graf Pückler-Klein-Lschrrne. 683 sorderung zum Zweikampf, Sachbeschädigung zu Geldstrafen, außerdem aber auch schon zu 6 Wochen Gefängnis, 2 Monaten Festung und zuletzt zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Zur Anklage standen 17 Reden, die Graf Pückler zum Teil in antisemitischen Volksversammlungen gehalten, zum Teil in Flugblättern verbreitet hat. Sie enthalten in reicher Fülle die bekannten Kraftworte gegen die Juden mit deutlichen Aufforderungen, „krummbeinige und dreckige Juden zu verdreschen", „bei der verfluchten Räuberbande einzubrechen", „die Sarahleben zum Fenster hinaus zu schmeißen", „den fremden Hallunken mit Knüppeln das Leder zu verdreschen", „die Börsenjobber von ihrem Zusammengeraubten und Zusammengegaunerten Gelbe etwas zu erleichtern", „auf die schwarzen Orientalen zu dreschen daß die Wände brechen und die Tische sich biegen", „die Orientalen mit Steinen zu beschmeißen", „die Judenbengels auf der Straße zu backpseifen", „zum Büchsenmacher zu gehen, Doppelbüchsen Zu kaufen und aus die krummbeinige Gesellschaft loszuknallen" rc. ec. Gras Pückler erklärte auf den wiederholten Vorhalt des Vorsitzenden zu einzelnen besonders kräftigen Ausdrücken: „Ohne solche starken Ausdrücke geht es nicht. Die Massen verlangen solchen Ton; sonst dürfte man in Volksversammlungen überhaupt nicht auftreten. Gelehrte Tiraden Ziehen da nicht. Wenn er den Leuten sage: „Schlagt mal ein bischen dazwischen", so dürfe man dies nicht wörtlich nehmen. Wenn er nicht so rede, dann würde die Bewegungzurückgehen. Diesen wüsten Ton habe er nicht eingesührt, Stöcker und besonders Ahlwardt hätten in ganz ähnlichem Tone gesprochen. Solche kräftige Redeweise gehöre Zum Metier eines Volksführers, und die Behörden müßten dem in gewissem Grade Rechnung tragen. Das ist der Volkston, der gang und gäbe ist, und den die Massen einfach verlangen. Man muß Radau machen, das ganze Milieu erfordert dies; solche antisemitische Bewegung ist nicht mit Glacehandschuhen zu führen. Mit Sammetpfötchen geht's nicht, dazu gehört. Radau und Witz. Man muß Schlager in die Massen werfen; das deutsche Volk verlangt diesen wüsten und derben Ton. Es geht nicht ohne einen gewissen „Avec", ohne gewisses Dazwischenschlagen. Ich käme bei so großen Volksversammlungen nicht zu Worte, wenn

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