Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 11 (November 1906)
- Article
- Konitz
- Date
- 1906-11-01
- Page
- 669 (sequence 3)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 669 verkauf eines fast neuen Rades für nur 40 Mark! — Man kann die Mutter des jungen Mannes nur aufs lebhafteste bedauern. Der Name des Täters ruft übrigens eine Erinnerung an das Konitzer Unglücksjah'r 1900 wach! Derselbe Lehrer P. hat damals als Seminarist steif und fest behauptet, er habe den Gymnasiasten Winter am Nachmittag in der Danziger Straße mit zwei Herren gehen sehen! Trotz aller Aufrufe haben sich diese beiden Männer aber niemals gemeldet. Ob vielleicht die beiden Männer nur von P. erfunden waren3 P. ist übrigens ein Bruder des Schneiders P., von dem die vielbesprochene Packleinwand stammt." < München, 10. Oktober, lieber die Verurteilung des Hoflieferanten Zeller, eines der bekanntesten Radauantisemiten Münchens, wegen Meineidverleitung zu 3 Jahren Zuchthaus und wegen Betruges zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis schreibt die „Münchener Post": „Bitteres Leid ist dem kleinen Häuschen um Herrn Wengg widerfahren. Ist doch der von dem oberbayerischen Schwurgericht zur Zuchthausstrafe verurteilte Herr „Hoflieferant" Zeller einer derjenigen gewesen, die mit an der Spitze der Partei Wengg standen. Die Aufrufe, in denen aufgefordert wurde, die am Mark des Volkes zehrenden jüdischen Wucherer und Blutsauger womöglich totzuschlagen, tragen meist auch die Unterschrift des Herrn Zeller, Hoflieferant. Und nun wurden dem Herrn selbst gar üble Dinge — Meineidsverleitung, Wucher usw. — nachgewiesen." Fast gleichzeitig konnte aber das Münchner Blatt über den Balsam berichten, den das Zentrum auf diese antisemitische Wunde gelegt hat. Am 1. Oktober ist nämlich dem Herausgeber des „Deutschen Bolksblattes", dem Antisemiten Wengg, die Rathausberichterstattung für den ultramontanen „Bayerischen Kurier" übertragen worden. Die Redaktion des „Bayer. Kur." teilte dies den „Münchener Bürgern" mit der Bemerkung mit, daß sie den Rathausvorgängen künftig viel mehr Aufmerksamkeit schenken werde als bisher, „ohne sich indessen hierbei von einseitigem Parteistandpunkt leiten zu lassen." □ Prag, 13. Oktober. Unter der Ueberschrift „Konfessionelle Gleichberechtigung" berichtet das „Prager Tagblatt": „Wir haben dieser Tage die Bemerkung gemacht, daß beim hiesigell Ob e rl n nd es gerichts sprenge! jüdischen Rechts Praktikanten die Aufnahme als Auskultanten verweigert wird