Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 11 (November 1906)
- Article
- Berlin
- Date
- 1906-11-01
- Page
- 667 (sequence 3)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 667 leistete in den Schatten stellen sollte: Vlumenwagen, Spitzenreiter und voran die Llutigrote Pückler-Fahne. Die ganze Vorstellung wurde aber dadurch zu Wasser, daß die stolze rote Fahne nicht zu erlangen war. Der frühere Leiter der Vereinigung, ein Kaufmann in der Prenzlauer Allee, wollte sie nicht eher herausgeben, als bis ihm seine Auslagen für die Versammlungen zurückerstaLtet würden. Das konnte aber nicht geschehen, denn die Kriegskasse, die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern der Versammlungen, war verschwunden. Zwei junge Leute — „Gelegenheitsarbeiter" aus dem Scheunenviertel —, die die Gelder im Betrage von zusammen 275 M. verwahren sollten, hatten die Zeit bis zur Rückkehr Pücklers nicht abgewartet und waren mit dem ihnen anvertrauten Mammon verschwunden. Auf diese Weise kam Graf Pückler um seinen feierlichen Empfang. < Posen, 15. Oktober. Aus den Angaben des Kultusministeriums ergibt sich nachstehende Statistik der hier als Zentralstätte deutscher Kultur begründeten Akademie: Von 1139 Hörern waren 614 evangelisch, 196 katholisch und 299 jüdisch; von den gesamten Hörern waren 616 Männer und 523 Frauen. Da die Akademie keine Vorstufe für Beruf, Stellung und Verdienst ist, und trotzdem 26,2 Prozent aller Hörer Juden sind, kann hier von jüdischem Materialismus keine Rede sein. co Bromberg, 8. Oktober. Der Gerichtshof des hiesigen Schwurgerichts fällte eine bemerkenswerte Entscheidung: „Zwei jüdische Geschworenen hatten beantragt, sie am Nachmittag des Rüsttages zum Versöhnungsfeste von der Teilnahme an der Sitzung zu entbinden. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft hatte gegen die Beurlaubung der Antragsteller nichts einzuwenden, der Gerichtshof beschloß aber nach längerer Beratung, die Gesuche abzulehnen. Er folgte dabei, wie der Vorsitzende ausführte, einem beim Bromberger Landgericht stets geübten Brauch. Da die Herbst-Schwurgerichtszeiten in der Regel in den September sielen, in diesem Monat aber mehrere jüdische Feiertage stattfänden, so könnten sich bei einer größeren Anzahl von jüdischen Geschworenen leicht Erschwernisse ergeben, wenn solchen Gesuchen nachgegeben würde". + Könitz, 10. Oktober. Die „Ostd. Tagesztg." berichtet über das Hinscheiden des in Plön einem Herz- und Nierenleiden erlegenen ehemaligen Redakteurs des „Bütower Anzeigers", Hugo Röhl: „Er hinterläßt feine Frau und vier Kinder in dürftigen