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Im deutschen Reich · 1906-11-01 · Heft 11 (November 1906) · p. 660

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
12 (1906)
Issue
Heft 11 (November 1906)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1906-11-01
Page
660 (sequence 16)
Language
German
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660 Im deutschen Reich. gemacht. Am Dienstag abend sprach derselbe Herr Walz in einer Versammlung des Vereins der Deutschen Kausleute. ließ aber kein Sterbenswörtchen verlauten, daß er am nächsten Abend eine Versammlung vorhabe, in der er sich mit dem Verein der Deutschen Kausleute beschäftigen wolle. Die Antisemiten im deutsch-nationalen Handlungsgehilfen verband nehmen nach Pücklerscher und Ahlwardtscher Manier 20 Psg. Eintrittsgeld. Sie rechnen auf die Neugier einer radaulustigen Menge aus ihren Reihen. Der Verein der Deutschen Kaufleute wird der Versammlung sernbleiben." Der gegen die „schlechte Presse" gerichtete Ausspruch Stöckers: „Das Volk krankt an diesem Giftstoffe, der es verdirbt und verdummt" bewährt sich aber leider nicht nur an den im deutschen Reiche von den antisemitischen „Wölfen in Schafspelzen" Verleiteten, sondern hat auch weiterhin eine verhängnisvolle Bedeutung. Der Antisemitismus ist eben eine internationale Seuche. In Hunderttausenden von Exemplaren ist vor einigen Wochen in Rußland von der dortigen Geistlichkeit die angebliche „Rede eines Großrabbiners auf dem Judenfriedhose zu Krakau" als Flugblatt verteilt worden — wie die „Staatsbürger-Zeitung" sagt: „um das russische Volk über die Absichten des Judentums aufzuklären" — wie andere meinen, um die leichtgläubigen Muschiks wider die jüdische Bevölkerung aufzureizen. Eine hiesige Korrespondenz teilt über diese „Geheimrede des Großrabbiners" Folgendes mit: „Das Flugblatt gegen die Juden ist der wörtliche Abdruck jener plumpen Fälschung, mit der die Liebermann von Sonnenbergsche „Antis. Korr." im Februar 1901 in Deutschland ihr antisemitisches Gift auszustreuen versucht hat. Das Blatt hatte damals sogar den traurigen Mut, die Nummer, welche die „sensationelle Enthüllung" enthielt, den Vorstandsmitgliedern des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus „als Angebinde" zu widmen. Man forschte nach: Wer ist denn dieser Großrabbiner? Wie heißt er? Wo hat er gelebt? Wo und wann hat er diese nieder-, trächtige Rede gehalten? Ist er wirklich ein lebendiger Mensch von Fleisch und Blut gewesen? Nichts von alledem! Diese Rede, die nach der „Antis. Korr." ein Großrabbiner in einer geheimen Versammlung „gehalten hat" (!!), ist nichts

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