Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1906)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1906-10-01
- Page
- 607 (sequence 4)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 607 bürger-Zeitung" nichts. Wir wußten es aber sehr wohl und haben nur mit der Publikation gewartet, bis wenigstens zu einem Teile der Prozeß erledigt ist/' — Danach darf man auf den weiteren Verlauf des Prozesses gespannt sein. Die „Deutsche Tageszeitung" verargt es dem freisinnigen evangelischen Pfarrer Korell in Därmstadt, daß er in einer öffentlichen Erklärung gesagt hat, „der Antisemitismus spricht der christlichen Sittlichkeit Hohn." Das agrarischantisemitische Blatt weint dazu: „Wir wissen nicht, was Herr Korell unter Antisemitismus versteht. Das aber wissen wir, daß die Gegnerschaft gegen gewisse Auswüchse des jüdischen Geistes eine Forderung des Christentums ist und trotz Herrn Korell bleiben wird."— Wir enthalten uns jeden Urteils darüber, „was das Christentum fordert"; aber wir wissen, daß die Gegnerschaft gegen „gewisse antisemitische Aufwüchse des Agrariertums" trotz der „Deutschen Tageszeitung" eine Forderung des echten menschenfreundlichen Bürgersinns ist und bleiben wird! cf Breslau, 14. Sept. Bei ihrer Anwesenheit in Breslau hat die Kaiserin am 10. d. Mts. dem israelitischen Krankenhause in der Hohenzollernstraße einen halbstündigen Besuch gewidmet. Nachdem der Vorsitzende der Vorsteherschaft, Ed. Sachs, die hohe Frau mit einer kurzen Ansprache begrüßt hatte, begab sich die Kaiserin unter Führung des Sanitätsrats vr. Sandberg und des Privatöozenten Dr. Rembach nach allen einzelnen Stationen, sprach sich dabei über alle Einrichtungen in anerkennender Weise aus und versicherte, selten ein Krankenhaus in solcher vorzüglichen Beschaffenheit gesehen zu haben. Vor der Verabschiedung von den Vorstandsmitgliedern und den Chefärzten trug sich die Kaiserin in das „Goldene Buch" der Anstalt ein. co Köln. 20. September. Auf der Jahreskonferenz der zionistischen Weltorganisation, die hier am 28. August bis 1. September abgehalten worden ist, wurde witgeteilt, daß alle von den Zionisten in Palästina begründeten Einrichtungen in erfreulichem Aufschwung begriffen seien. Außerordentlich schnelle Fortschritte zeige die Kunstgewerbeschule „Bezalel" in Jerusalem, der ein Kredit zum Kauf eines Grundstücks bewilligt wurde. Den Waisen des „Pogroms" von Kischenew, die in Palästina zu Handwerkern und Ackerbauern ausgebildet sind, sei der Boden für eine Farm zur Verfügung gestellt worden. Der „Jüdische