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Im deutschen Reich · 1906-10-01 · Heft 10 (Oktober 1906) · p. 605

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
12 (1906)
Issue
Heft 10 (Oktober 1906)
Article
[Ohne Titel]
Date
1906-10-01
Page
605 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen. 605 man sich eine Vorstellung machen, welche Kraftmenschen dazu gehören, uw Apparate mit stärkeren Patronen, also auch mit erhöhtem Rückschlag, zweckentsprechend anzuwenden. Die SaH'e steht also für die Verteidiger des Schußapparates herzlich schlecht, und da sich die Herren, welche hier mit den amtlichen Versuchen betraut wurden, schon darüber klar geworden sind, daß die zwangsweise Einführung des Apparates nur dann empfohlen werden könne, wenn sie auch tatsächlich erhebliche Vorteile gegenüber dem fetzigen Verfahren des Schlagens bringe, solche Vorteile sich aber beim besten Willen nicht herausfinden lassen werden, so ist die Sache für Berlin eigentlich schon jetzt jabgetan und zwar, wie schon wiederholt betont, um so mehr, weil bei Anwendung der Schußapparate, wie sie auch beschaffen sein wögen, die Qualität des Fleisches ganz entschieden leidet/ Mit der Ueberschrist „Der Pulsschlag der Zeit" hat Herr Adolf Stöcker am 9. September in der ^Staatsbürger- Zeitung" eine wahre „Kapuziner-Predigt" veröffentlicht, in der der ehemalige Hofprediger seinen Groll in einer Weise Luft macht, die man drollig finden müßte, wenn die dabei entleerte Galle sich nicht auch gegen Personen richtete, die die höchste Achtung genießen. Stöcker betont in dem Artikel, daß die christlich-soziale Bewegung in Holland und Wien Erfolge erzielt habe, und dann erdreistet er sich zu sagen: „Aber da war kein Bismarck, der sie hemmte, und kein Kaiser, der sie in den Bann tat. Berlin ist-jetzt der Ort, der auf der ganzen bewohnten Erde das schlimmste Judentum und die bösartigste Sozialdemokratie hat. Aber wenn man gerecht ist, kann man Berlin nicht dafür verantwortlich machen. Gott hatte Berlin eine Bewegung des Lebens geschenkt. Aber die Obrigkeit hat sie mißachtet und zerstört." Von dieser von ihm angegriffenen Obrigkeit ist Herr Stöcker so freundlich, den Fürsten Bülow und den Grafen Posadowskp auszunehmen, von denen er behauptet, sie hätten sich für die von ihm betriebene Bewegung erklärt. Am Schluß entfährt ihm aber offenbar wider Willen ein sehr wahres Wort: „Der Terrorismus gegen Andersgesinnte beweist die grenzenlose Verlegenheit." — In einem späteren, nicht von Stöcker selbst Unterzeichneten, aber doch von ihm mit zu verantwortenden Artikel „Nationalhelden"

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