Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1906)
- Article
- Die Juden in Südafrika
- Date
- 1906-10-01
- Page
- 568 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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568 Iw deutschen Reich finden wir Abraham Zacuto (gest. 1515, Verfasser der hebräischen Chronik „Juchasin") als seemännischen Ratgeber Vasco de Gama's, welcher im Jahre 1197 Natal entdeckte. Das geschah in den Jahren, welche der Vertreibung von 300 000 Juden aus Spanien (1492) unmittelbar folgten. Fünf Jahre lang erlaubten die portugiesischen Könige den armen Flüchtlingen, die den Scheiterhaufen der Inquisition entronnen waren, sich in Portugal aufzuhalten. Für diesen GnadenakL erhoben sie mit teuflischer Grausamkeit eine schwindelnd hohe Summe als Kopfsteuer. Die Kopfsteuer oder vielmehr Vlutsteuer der versehmten Juden lieferte den portugiesischen Königen die Geldmittel, die für die Entdeckungsfahrten des Vasco de Gama, Albuquerque und Cabral nach Südafrika, Brasilien und dem fernen Osten erforderlich waren. Es steht tatsächlich unzweifelhaft fest, daß Juden nicht nur den Kolumbus auf seiner Fahrt nach Westen begleiteten, sondern auch mit Bartholomäus Diaz und seinen tapferen Nachfolgern südwärts segelten und das „Kap der Stürme" sowie die Küste von Natal entdecken halfen. So finden wir die Juden überall im Gefolge der Entdecker. Wir werden sie auch unter den Koloniegründern und Kulturträgern finden. Leider hat diese Periode unserer Geschichte ihren Kayserling noch nicht gefunden und harrt noch der Er" forschung in holländischen Archiven. Es ist jedoch nur eine einfache logische Schlußfolgerung, daß, wenn ein starker jüdischer Einfluß bei der holländischen Westindien-Gesellschaft wirksam war (der Gründerin von Neu-Amsterdam, dem späteren New- Jork), die Juden gleichfalls auch am Wirken und Walten der Ostindiengesellschaft am Kap der guten Hoffnung beteiligt gewesen sein müssen. Unter den ersten Ansiedlerfamilien daselbst finden sich eine Anzahl jüdischer Namen: Wassermann, Vogel, Strauß, Meyer, Marx, Marais, Langerwann, Klein usw. Bei näherer Nachforschung wird sich der eine oder der andere tatsächlich als jüdisch Herausstellen. Bedenken wir dabei, daß der Jude überall ist: Gibbon hat ihn sogar auf dem päpstlichen Stuhle gefunden, Gelehrte sind ihm unter den spanischen Inquisitoren wie iw mittelalterlichen England, wo er sich 365 Jahre lang bei Strafe des Erhängens nicht blicken lassen durfte, begegnet. Es wäre fast ein Wunder in der jüdischen Geschichte, wenn in einer solchen, auf halbem Wege nach dem Osten gelegenen Ansiedlung, wie die Kapkolome, während der