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Im deutschen Reich · 1906-10-01 · Heft 10 (Oktober 1906) · p. 567

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
12 (1906)
Issue
Heft 10 (Oktober 1906)
Article
Die Juden in Südafrika
Date
1906-10-01
Page
567 (sequence 3)
Language
German
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Die Juden in Südafrika. 567 Das jüdische Interesse an Südafrika, dem Weltteil, über welchen sich die jüdische Diaspora am spätesten ausgebreitet hat, geht zurück ins graue Altertum. Aus der Hochebene von Süd- Maschonaland und Matabeleland sind die geheimnisvollen Zimbabye-Ruinen entdeckt worden. Ueber den Ursprung dieser arl^äologischen Merkwürdigkeiten können wir keine, auch nur halbwegs sicheren Behauptungen ausstellen; vielleicht sind es Spuren, welche altsemitische Gold- und salomonische Ophirsucher hinterlassen haben, als vor Hunderten von Jahren irgend ein nicht zu ermittelndes Unheil sie zwange ihre Arbeit in Südafrika im Stiche zu lassen. Wenn wir aber das Feld der Mutmaßung verlassen und uns aus historische Zeiten beschränken, so beginnt die Beziehung zwischen Juden und Südafrika bereits kurz vor der Entdeckung des Kaps der guten Hoffnung durch Bartholomäus Diaz. vr. Kapserlings Nachforschungen in spanischen und portugiesischen Archiven haben die Tatsache festgestellt, daß die portugiesischen Juden sowohl vor der Vertreibung (1492) als auch später, im Zeitalter der Marannen, an jenen frühen Seefahrten tapferer Abenteurer und an jenen romantischen Entdeckungen und Eroberungen, welche der zivilisierten Menschheit neue Welten erschlossen, lebhaft beteiligt gewesen sind. Bereits im Jahre 1483 ernannte Prinz Heinrich von Portugal, genannt ^der Seefahrer", dessen Forschungsreisen die Entdeckung Madeiras und der Azoren zu danken ist, den Mestre Jaime oder Jehuda Cresques aus Mallorca (den „Landkartenjuden" oder „Kompaßjuden"), einen bedeutenden Mathematiker, Kartographen und Verfertiger von seemännischen Instrumenten, zum Direktor der Königlichen Marine-Akademie. Die Verbesserung des Astrolabs (zum Messen der Sternhöhen) und die Erfindung von Mitteln, um die Entfernung eines Schiffes vom Aequator durch die veränderliche Stellung der Sonne in den verschiedenen Jahreszeiten zu bestimmen — eine Erfindung, die allein lange Seereisen möglich machte —, ist in der Hauptsache den portugiesischen Juden unter König Johann II. zu danken. Im Jahre 1484 brachten Abraham de Bija und Joseph Zapateira de Lombega (letzterer angeblich ein Ahnherr Montefiores) nach Europa die Kunde zurück, daß ein neuer Weg nach Indien gefunden werden könnte, wenn man die Küste von Guinea hinuntersegelte. Gegen Ende des fünfzehnten Jahrhunderts

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