Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 9 (September 1906)
- Article
- Berlin
- Date
- 1906-09-01
- Page
- 546 (sequence 5)
- Language
- German
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405 Zrn deutschen Reich. Generation gewisser Adelskreise in bezug auf Humanität und Vorurteilslosigkeit hinter ihren Vorgängern Zurücksteht. Sein Vater, Baron v. Durant-Baronowitz, hat als Landrat des Rybniker Kreises im Jahre 1848 der jüdischen Gemeinde in Rybnik durch Zinslose Gewährung eines Darlehns die Fortführung des mangels genügender eigenen Mittel unterbrochenen Synagogenbaues ermöglicht. Die „Boss. Ztg." hat kürzlich nachstehende Sätze eines Schreibens veröffentlicht, in dem dieser strengkonservative Landrat den Empfang der Rückzahlung der dankbaren Rybniker Gemeinde bestätigte: „Das anerkennende Dankschreiben vom 20. d. M. habe ich mit lebhafter Freude empfangen, weil es mir einen wohltuenden Beweis einer Gesinnung gibt, welche nicht zu den zeitgängigen Gesinnungen der Gegenwart gehört. Mein langes Leben ist reich an trüben Erfahrungen in dieser Beziehung, deshalb geize ich mit den besseren, die mir Gott der Herr zuweilen beschert. Lassen Sie, meine Herren, mich die Erinnerung an Ihre freundliche Gesinnung gegen mich für die kurzen Lebenstage bewahren, welche mir noch beschieden sind, und solche dann auf meine Söhne übergehen zum Gedächtnis eines guten Einverständnisses. Einige von Ihnen, meine Herren, wissen es sehr wohl, daß Eigennutz wich niemals beherrschte, am wenigsten, wenn es sich um eine Hilfe in der Not handelte. Habe ich der jüdischen Gemeinde zum Aufbau ihres Gotteshauses helfen können, so habe ich solches gern und ohne jede Nebenrücksicht getan, es freut mich, daß ich, wenn ich auch zu einerandern Konfession gehöre, der Gemeinde bei dem Aufbau eines Hauses habe behilflich fein können, in welchem Sie würdig, zu dem Gott Ihrer Väter beten. Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs ist auch mein Gott, zu dem ich bete, und Sie wissen es, ich bin weit entfernt davon, Andersgläubige wegen ihres Glaubens zu verdammen. Lassen Sie uns immer an Gott und dem Glauben festhalten, es sei unter welcher Form es wolle ..." — Daß der Sohn eines solchen Edelmannes für die konfessionelle Schule eingetreten ist, erscheint von nebensächlicher Bedeutung gegen die Tatsache, wie er es getan und welche judenfeindliche Gesinnung er dabei zum Ausdruck gebracht hat. Bochum, 27. August Die „Westfälische Volkszeitung" berichtet: „Antisemitische Gelüste reizten den Schuhmacherweister