Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 9 (September 1906)
- Article
- Berlin
- Date
- 1906-09-01
- Page
- 545 (sequence 4)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 545 Der Deutsch-nationale Handlungsgehilsen-Verband hätte nach obiger Statistik allein für die obligatorische Versicherung statt 32 326 Mark mehr als 80 000 Mark auszahlen müssen, wollte er dieselben Leistungen vollbringen, wie der Verein der Deutschen Kaufleute. Mit den weniger geleisteten rund 50 000 Mk. in einem Jahr allein füllt man dann die Kassen, um mit großen Zahlen renommieren zu können. Der Prozentsatz der unterstützten Mitglieder ist: 1899 1900 1901 I9ö2 1903 1904 D. H.-V. 0,9 1.2 1,7 2,0 2,2 1,1 B. d D. K. obligator. . 2.6 2.4! 2,8 3,9 3,3! 2,7 fakultativ. 10,1 5,1 | 7.8 9.1 9,7 | : 8,9 Aus vorstehender Statistik geht hervor, daß der D. H. V. in keinem einzigen Jahrgang auch nur annähernd die Leistungen aufzuweisen hat, wie der V. d. D. K. Die Veröffentlichung dieser wenigen Zahlen genügt, um allen Handlungsgehilfen zu zeigen, welche Rolle im D. H. B. die Selbstverherrlichung spielt, bei Leuten, die stets von Standesehre und Standesbewußtsein sprechen. Die Schlußsitzung des preußischen Herrenhauses am 7. Juli d. I., in der bei Beratung des Schulunterhaltungsgesetzes Freiherr v. Durant die Regierung ersuchte, die durch § 40 des Gesetzes gestattete Verwendung jüdischer Religionslehrer möglichst zu beschränken, wird dadurch denkwürdig bleiben, daß der Minister v. Studt die gebührende Antwort auf das unzulässige Ersuchen schuldig blieb, und der Ministerialdirektor Schwartzkopff sogar das weiteste Entgegenkommen auf eine solche Bitte in Aussicht stellte. Wenn wirklich in dieser Zusage des eigentlichen Vaters des Schulunterhaltungsgesetzes der wahre Geist der preußischen Schulverwaltung zum Ausdruck gelangt sein sollte, wäre dies tief zu beklagen. Schlimm genug ist es, daß dieser Geist durch die rückschrittliche Stimmung derjenigen Kreise, auf die die Regierung sich stützen zu müssen glaubt, einen für den Kulturfortschritt so ungünstigen Rückhalt findet. Das Herrnhausmitglied, das sich in der erwähnten Sitzung zum Mundstück antisemitischer Gehässigkeiten hergab, Freiherr v. Durant, ist ein Beispiel dafür, wie weit die jetzige