Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 9 (September 1906)
- Article
- Antisemitenmoral und Vaterlandsliebe!
- Date
- 1906-09-01
- Page
- 507 (sequence 13)
- Language
- German
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Antisemitenmoral mb Vaterlandsliebe. 507 nicht nur in den beiden gesetzgebenden Körpern Frankreichs sondern auch in der Armee und hier bis hinauf in die Generalität hat Israel für sich die Gleichberechtigung mit den Christen durchgesetzt. Infolge der finanziellen Suprematie des Judentums artete diese Gleichberechtigung mit der Zeit förmlich in ein jüdisches Dominium aus. Es schien ganz ernstlich der Traum der jüdischen Weltherrschaft von Frankreich aus seiner Verwirklichung entgegenzugehen. Und selbst in Deutschland war man den Juden so sehr entgegengekommen, daß man anfing, wenigstens die jüdischen Einjahrig-Freiwilligen in gleicher Weise wie ihre christlichen „Kameraden" zu Reserveoffizieren zu befördern. Da hallte plötzlich die Kunde durch die Welt, daß ein französischer Jude seine bevorzugte Stellung als Generalstabsoffizier in einer bis dahin unerhörten Weise mißbraucht, Frankreich in der schmählichsten Weise an das Ausland verraten habe. Das drohte die Kombination von der jüdischen Weltherrschaft wieder einmal völlig über den Haufen zu werfen. Es handelte sich nicht mehr um die Person des Landesverräters, sondern um eine Sache, welche die Juden der ganzen Welt anging. Aus dieser Erwägung machten die Juden den Fall Dreyfus zur gemeinsamen Sache der jüdischen Nation. Das Geld ist ja da, und der jüdischen „Moral!" widerspricht diese Taktik auch nicht." Die fromme „Kreuzzeitung", die sich bis dahin meist mit „Jeremiaden" über die Zustände in Frankreich und die anarchistischen Wirkungen der Dreyfus-Sache begnügt hatte, eiferte nun über die Haltung der deutschen liberalen Blätter in dieser Angelegenheit und ließ sich aus Paris schreiben: „Zwischen Deutschland und Frankreich herrschen gerade jetzt sehr freundnachbarliche Beziehungen. Taktlose Angriffe auf die französische Armee, wie sie in der auswärtigen Judenpresse besonders seit dem Prozeß Zola beliebt sind, und zu denen der neue Prozeß Drepfus wieder Anlaß bieten könnte, würden auf jene Beziehungen zweifellos einen sehr ungünstigen Einstuß ausüben. Es wäre daher sehr wünschenswert, wenn die Redaktionen der betreffenden Presse ihre Berichterstatter aufforderten, ihrer Drepfus-Piquart-Begeisterung, wie ihrem Generalstabshaß einen kleinen Dämpfer aufzusetzen."