Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 9 (September 1906)
- Article
- Antisemitenmoral und Vaterlandsliebe!
- Date
- 1906-09-01
- Page
- 501 (sequence 7)
- Language
- German
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Antisemitenmoral und Vaterlandsliebe. 501 Zwungen, durch Lärmen und Toben die Fassung des Beschlusses zu verhindern, und Zwangen die Antisemiten mit diesen rohen Mitteln, das Feld Zu räumen. Dieser Vorgang sagt mehr, als in dicken Bänden auseinandergesetzt werden kann! Er wirft wieder einmal ein Streiflicht auf die jüdischen Machenschaften und beweist zugleich die Verlogenheit der in jüdischen Blättern ausgestellten Verleumdung, daß Antisemitismus und Anarchismus im Zusammenhänge ständen. Nein, auf den Anarchismus stützt sich das Judentum, wie überhaupt auf alle umstürzlerischen Bestrebungen; das liegt in seiner Eigenschaft als Ferment der Zersetzung. Aber es regt sich in allen Ländern, in allen Völkern! Das Judentum sorgt überall für das Anwachsen des Antisemitismus/ — Diesen echt anarchistischen Wühlhuber-Aufsatz hat die „Magdeburger Sachsenschar/ und wohl noch manch anderes Antisemitenblättchen wörtlich abgedruckt. Dem obigen judenfeindlichen Artikel ließ die „StaatsbürgerZeitun 9" Zahlreiche andere, das „Drepfus-Spndikat" betreffende Notizen folgen, in denen sie u. a. am 12. Febr. 1898 erklärte, die französische Regierung werde zu Grunde gehen, wenn sie der jüdischen Verhetzung nicht Herr werden könne. Dann sagte sie: „Der Prozeß hat eine Wendung genommen, die es sogar Herrn Eugen Richter gestern geraten erscheinen ließ, seine ursprüngliche Absicht, ihn bei Gelegenheit der Etatberatung, bei dem Posten Botschafter in Paris, zur Sprache zu bringen, aufzugeben und sich auf die Erkärung Zu beschränken, daß der Staatssekretär des Auswärtigen v. Bülow den Fall Drerffus in der Budgetkommission nicht aus eigener Veranlassung, wie die französischen Blätter ihm unterstellen, erwähnt hat, sondern dazu durch eine Anfrage des Abg. Richter veranlaßt worden ist. Der damit so schön eingefädelte Feldzug Zugunsten des jüdischen Exkapitäns im Deutschen Reichstage ist also nun im Sande verlaufen, und Herr Richter hat wieder abgewiegelt. Mit dem Falle Drepsus, wie er jetzt im Lichte des Zola- Prozesses erscheint, können auch die treuesten und eifrigsten Mitglieder der Judenschutztruppe im Reichstage keine Geschäfte mehr machen. Es ist deshalb begreiflich, wenn der beabsichtigte Vorstoß in letzter Stunde unterblieb. Zola sollte den Beweis dafür erbringen, daß Major Esterhazy, nicht Drerffus, die im Jahre 1894 abgeurteilte Spionage begangen habe, und er hat sich gerühmt, dicke Aktenbündel vollgiltiger Beweise zu haben.