Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1906)
- Article
- Die jüdischen Freiwilligen im preußischen Heere während der Befreiungskriege 1813/1814
- Date
- 1906-07-01
- Page
- 416 (sequence 10)
- Language
- German
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416 Im deutschen Reich. Familien in dieser Stadt*). Rechnet man die Familie zu fün, Seelen, so haben dreizehn Prozent der Juden dieser Stadt sich freiwillig zum Kriege gestellt. Von Magdeburg findet sich in den Listen keiner, in der Schrift Spaniers drei (die allerdings wahrscheinlich erst 1815 eingetreten sind, aber auch in den amtlichen Listen von 1815 ist von ihnen nicht die Rede). Die amtliche Liste des Polizeidirektors Reimann aus Landsberg a. W. vom Jahre 1824 nennt 10 jüdische Freiwillige, die Liste des Kriegsministeriums dagegen nur 4, von denen einer — Hoepfner — sich nicht in der Liste Reymanns befindet. Es waren also aus Landsberg a. W., anstatt 4, vielmehr 11 jüdische Freiwillige. Die Gemeinde Zählte damals kaum 300 Seelen, sodaß sie 3% % ihrer Angehörigen in das Feld entsandte. Die Zahl von 203 jüdischen Freiwilligen, die wir aus den offiziellen Listen eruiert haben, muß also mindestens verdoppelt werden, um der Wahrheit einigermaßen nahe zu kommen. Dieses wird auch durch die folgende Betrachtung erwiesen. In den — sehr mangelhaften -- Listen der jüdischen Freiwilligen von 1815 werden 34 als solche aufgeführt, die schon 1813/14 gedient haben. Von diesen 34 finden sich aber in den Listen von 1813/14 tatsächlich nur 12; es fehlen in diesen also von den 34 ganze 22, das heißt 64.7 Prozent. Demnach müßte man die in den Listen von 1813/14 angegebene Zahl jüdischer Freiwilligen nicht verdoppeln, sondern beinahe verdreifachen. Im Grunde halten wir das für der Wahrheit am nächsten kommend. Indessen, um jede Ueberschätzung zu vermeiden, wollen wir uns mit der Verdoppelung begnügen und erhalten so für 1813/14 an jüdischen Kriegsfreiwilligen: 406. Wenn wir sie zu den 31 000 Juden, die damals den preußischen Staat bewohnten, in Verhältnis sehen, so erhalten wir eine Beteiligung von 1'31 Prozent von Freiwilligen, was gewiß sehr anerkennenswert ist, zumal von Seiten eines seit mehr denn einem Jahrtausend des Kriegsdienstes entwöhnten und körperlich vielfach ganz verkommenen Bevölkerungsteiles. Mit Hinzuziehung auch anderweitiger Hilfsmittel haben wir tatsächlich die Namen von im ganzen 400 jüdischen Freiwilligen für 1813/14 ermittelt, ein neuer Beweis, wie leichtsinnig die Angaben in der offiziellen Aufstellung d-es Militär-Wochenblatts *) Ackermann, S. 108.