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Im deutschen Reich · 1906-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1906) · p. 411

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
12 (1906)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1906)
Article
Die jüdischen Freiwilligen im preußischen Heere während der Befreiungskriege 1813/1814
Date
1906-07-01
Page
411 (sequence 5)
Language
German
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Die Mischen Freiwilligen im preußischen Heere. 411 geworden, und wir haben auch unter ihnen Beispiele des wahren Heldenmutes und der rühmlichsten Verachtung der Kriegsgefahren aufzuweisen, sowie die übrigen jüdischen Einwohner, namentlich auch die Frauen, in Aufopferung jeder Art den letzteren sich angeschlossen haben", bezeugt schon am 4. Januar 1815 kein geringerer als der Staatskanzler Fürst Hardenbergs). „Die Juden geben alles, was sie nur besitzen", schreibt Rahel Varnhagen am 20. April 1813* 2 3 * 5). Die Ressource der jüdischen Kaufmannschaft in Berlin gab überhaupt die erste patriotische Spende: siebenhundert Talers. Die Gesellschaft der Freunde in Berlin sammelte allein 863 Taler 21 Silbergr. 6 Pfennige Zur Bewaffnung freiwilliger Kriegert) In Breslau brachte ein besonders zu diesem Zwecke errichteter Verein jüdischer Bürger die für jene Zeit sehr beträchtliche Summe von 5079 Taler auf. Jüdische Lieferanten bedachten die Hospitäler mit reichen unentgeltlichen Naturalgeschenkeno). Frau Bankier Beer erhielt für ihre Verdienste um die Pflege der Verwundeten den Louisenorden, wobei ihr der König, um der Jüdin kein Kreuz zu geben, dieses durch eine Medaille ersetztes. In Mannheim zeichnete sich ein Jude, Sandheim, als tätiger und unermüdlich sorgsamer Verwalter des Lazaretts aus^). Kaufmann Eppenstein zu Berlin erhielt aus dem gleichen Grunde das Eiserne Kreuz, für Nichtkombattanten, am weißen Bande, der Gutsbesitzer Sulinger zu Rostin den Roten Adlerorden 3. Klasse. Von jüdischen Aerzten wurden Dr. Heinrich Meyer in Berlin gleichfalls mit dem Eisernen Kreuz am weißen Bande, Dr. Rosenberg in Breslau mit dem Roten Adlerorden 3. Klasse ausgezeichnet). Andere Aerzte zählt eine Arbeit von Dr. Theodor Zlocisti h Schreiben an den Grafen Grote. Klüber, Aktenstücke des Wiener Kongresses, I, 476. 2) Varnhagen, Rahel (2. Aust. Berlin 1834), II. 91. 3) Zlocisti in der sogleich zu zitierenden Schrift, ft Ludwig besser, Chronik (Berlin 1812), S. 56. 5) Zlocisti a. a. Q. ft Sulamith (4. Jahrg. 2. Bd. S. 288). ft I. L. Ewald, Ideen über die nötige Organisation der Israeliten, S. 140. s) Ordensliste von 1825. Die zweite, die überhaupt nach den Befreiungskriegen erschien und viel vollständiger ist, als die erste von 1817.

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