Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1906)
- Article
- Judentaufen im neunzehnten Jahrhundert [Rezension]
- Date
- 1906-06-01
- Page
- 400 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2316602-2316740-2316747-2336864--15319-2336962- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
400 Im deutschen Reich. f aff er für seine anregungsreiche utö fleißige Arbeit, für den sittlichen Ernst seiner Anschauungen und für den Mut seiner ehrlichen Ueberzeugung Dank wissen wird. München. Ludwig Holländer. Max Herschel, Im Tale Saron. Gedichte jüdisch-religiösen Inhalts, sowie hebräische Gebete, Lieder, Sprüche und Bibelstücke in freier poetischer Uebertragung. Berlin 1905. M. Poppelauer. Seit wir mit den Klausnerschen „Gedichten der Bibel" beschenkt sind, pflegen wir an Werke ähnlicher Art nur mit recht geringen Erwartungen heranzutreten: wir fürchten, nichts auch nur annähernd Erfreuliches zu finden. Beim Lesen der Herschelschen Gedichte fühlen wir uns angenehm überrascht. Da sie nicht nur als Uebertragungen gelten wollen, sondern oft nur ein loser Zusammenhang sie mit dem Urtexte verbindet, oft nur dessen Gedankengang ausgenommen wird, tragen sie eine mehr persönliche Färbung, die dem Dichter größere Freiheit in der Gestaltung des Stoffes gewährt. Dadurch wird die Wirkung der einzelnen Dichtungen auf den Leser naturgemäß gehoben, ihr Zweck, „Liebe zu unserer alten, heiligen Religion zu erwecken", wesentlich gefördert. Daß der Sammlung dies gelingen wird, darf wohl vorausgesetzt werden. Sie atmet eine innige Liebe zu unserer erhabenen Lehre, die nicht nur erquicken, sondern auch Zünden, fortreißen kann; sie gibt ein ansprechendes Bild unseres Sittengebotes; sie führt die bedeutungsvollsten Teile des täglichen und des Festgebetes in anmutiger dichterischer Form zu Herzen und bringt gutgewühlte Beispiele biblischer Poesie in unserer deutschen Muttersprache nahe. Mag man auch dem Verfasser in manchem Punkte seine ungeteilte Anerkennung versagen müssen — das allzu Lehrhafte eines Teiles der Dichtungen birgt die Gefahr in sich, zu ermüden; Strophen und Reime eignen sich nicht immer für das Gebet und lassen bisweilen in der Form etwas Gesuchtes auffallen —das Ganze muß als eine wertvolle Bereicherung unserer Liieratur be.eichnet werden- Schließlich sei auch ein Wort der Anerkennung der Verlagsbuchhandlung gewidmet, die dem Werke eine geradezu prächtige Ausstattung gewidmet hat, ein Punkt, der um so mehr hervorgehoben Zu werden verdient, als gerade in dieser Beziehung leider nur zu oft gesündigt wird. (1. 0., Berlin.