Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1906)
- Article
- Berlin
- Date
- 1906-06-01
- Page
- 379 (sequence 8)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 379 werden soll, eben diese unter einer derartigen objektiv urteilenden Führung staLLfinden müssen, daß sie dem Außenstehenden einen richtigen Einblick verschaffen." Zu dieser Angelegenheit bemerkt darauf in der „Köln. Ztg." der Verfasser des Aufsatzes in Nr. 555: „Der hier gegen die Führung erhobene Vorwurf mangelnder Objektivität ist nicht am Platze, da die Führer der Veranstaltung keinen Anlaß hatten, ein Urteil abzugeben, von dessen Richtigkeit sie nicht durchdrungen waren. Zudem berücksichtigt die Zuschrift in keiner Weise die mit dem Schächten verbundene gewaltsame Niederwerfung des Tieres, die gleichfalls wesentlich zu unserer, soweit wir wissen, von allen Teilnehmern geteilten Meinung beigetragen hat; auch der in einer andern Zuschrift erhobene Einwand, das Niederwerfen hätte mit dem eigentlichen Schächten nichts zu tun und könnte Lurch bessere Apparate vermieden werden, kann für die Schilderung der Sachlage nicht in Betracht kommen, da diese Apparate eben nicht vorhanden sind und den Kreisen, die das Schächten fordern, der Vorwurf nicht erspart werden kann, daß sie dann längst diese Apparate hätten einführen sollen." — Die letztere Bemerkung verdient jedenfalls Beachtung. Das katholische Blatt „Germania" hat an nachstehender Notiz der „Pädagogischen Vakanzen-Zeitung" Anstoß genommen: „Zur gefälligen Beachtung für alle Stellenausschreibenden! Es wird höflichst gebeten, bei allen Ausschreibungen die Konfession der gewünschten Bewerber angeben zu wollen." Von dem Zentrumsorgan wird aus diesem Anlaß die Frage aufgeworfen, was eigentlich eine Oberlehrerstelle für Mathematik oder neuere Sprachen oder Geographie usw. mit der Konfession zu tun habe, wenn der konfessionelle Charakter der Anstalt nicht ohne weiteres aus der Benennung hervorgeht? Daran knüpft die „Germania" Betrachtungen über die angebliche, schon jetzt häufige Zurücksetzung katholischer ^Oberlehrer. Hierzu bemerkt das „Berliner Tageblatt": „Ganz ähnliche Fragen haben auch wir vor noch nicht langer Zeit aufgeworfen, ohne daß die „Germania" ihre Zustimmung zu erkennen gab. Damals handelte es sich auch „nur" um die Volksschule. Im übrigen stimmen wir der „Germania" natürlich völlig bei, daß es ein Nonsens ist, bei der Anstellung von Lehrern immer nach der Konfession zu fragen. Nur dünkt uns, daß auch zum Beispiel für jüdische Lehrer billig fein müßte, was für katholische recht ist. Oder nicht?"