Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1906)
- Article
- Die gesellschaftliche Stellung der Juden in Deutschland
- Date
- 1906-05-01
- Page
- 288 (sequence 10)
- Language
- German
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288 Im deutschen Reich. Aerztekammer Mitgl. d. Ärztekammer und ihre Stellvertreter Darunter Juden Jüdische Mitglieder des Ehrengerichts Jüdische Vorsitzend od. stellvertr. Vorsitzende Jüdisches juristisches Mitglied desEhrengerichts Hessen (Großherzogtum) . 6 Ostpreußen . . 24 2 — — — Pommern . . 24 2 — — Posen .... 24 ■ 6 — 2 (stellv.) — .Rheinland und Hohenzollern. 00 4 Sachsen (Prov.) 40 — — — — Sachsen (Königreich) . . . 130 Schlesien. . . 68 16 2 2 (stellv.) — Schleswig-Holstein . . . 25 Westfalen . . 52 — — — — Westpreußen . 24 2 — j 1 (stellv.) — Württemberg . 1.7 1 — — — Hiernach gibt es unter den 8-900 Mitgliedern der Aerztekammern und der ihnen gleichgestellten Institutionen 100 Juden, darunter 58 in Berlin, so daß im ganzen übrigen Deutschland unter etwa 750 Mitgliedern nur 42 Juden sind. Unter den Vorsitzenden und deren Stellvertretern sind im ganzen nur 6, unter den Mitgliedern der Ehrengerichte nur 8 Juden, unter den juristischen Mitgliedern der Ehrengerichte nicht ein einziger Jude. Es ist das um so bemerkenswerter, als wenigstens in den größeren Städten die überwiegende Zahl der Aerzte Juden sind, und die Aerztekammern fast überall in Deutschland durch freie Wahl der Aerzte zusammengesetzt werden. Es ist natürlich kaum glaublich, daß die überwiegende Zahl der jüdischen Aerzte in Deutschland nur 42 bezw. 100 jüdische Kollegen als zu ihrer Vertretung geeignet erachten, und daß nicht ein einziger der jüdischen Richter in Deutschland von den jüdischen Aerzten als Beirat ihrer Ehrengerichte für qualifiziert erachtet werden könnte. Vielmehr muß angenommen werden, daß die jüdischen Aerzte sich bei den Wahlen zu den Aerztekammern und in diesen selbst nicht in der ihnen zukommenden Zahl und Art beteiligen. Und