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Im deutschen Reich · 1906-04-01 · Heft 4 (April 1906) · p. 261

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
12 (1906)
Issue
Heft 4 (April 1906)
Article
Beuthen O.-Schl.
Date
1906-04-01
Page
261 (sequence 3)
Language
German
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Korrespondenzen. 261 wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. In glänzender Rede forderte auch noch Herr Rabb. Dr. Kopfstein zum Eintritt in den-Central-Verein auf. Eine Anzahl der Erschienenen trat sofort bei. — Der Versammlung ging eine Besprechung der Vertrauensmänner des Central-Bereins voraus, in der die Begründung einer Ortsgruppe in Beuthen beschlossen wurde. + Posen, 3. April. Ueber die hiesige Rießer - Gedenkfeier berichten die „Posener Neuesten Nachrichten": „Der Central - Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens veranstaltete am 2. d. M. im großen Saale des Apollotheaters eine Feier anläßlich des hundertsten Geburtstages des großen jüdischen Volksmannes Gabriel Rießer. Mehr als 600 Personen, Herren und Damen, füuten den Saal. Zunächst trug Herr Sluzemski auf dem von der Pianofortehandlung Verthold Neumann zur Verfügung gestellten, hervorragend klangvollen Harmonium das Präludium von Bach vor; dann sprach Fräulein Goldschmidt mit ausgezeichneter Betonung den Prolog und erntete für die schöne Darbietung wohlverdienten reichen Beifall. Es folgte die Gedenkrede des Herrn Rechtsanwalts Kirschner: „Gabriel Rießer und seine Vedeumng für das Judentum". Der Vortrag des Festredners war nach Form und Inhalt gleich meisterhaft. „Wo immer deutsche Juden sich zusammenfinden", sagte der Redner in der Einleitung des Vortrages, „immer wieder wird zu der beängstigenden Frage die Antwort gesucht: Wann wird die Gleichberechtigunng der Juden nicht nur ein papierner Gesetzparagraph bleiben? Wann wird das Recht, das uns verheißen und das auch für uns niedergeschrieben ist im Reichsgesetze vom 3. Juli 1869 verwirklicht werden? Alle noch bestehenden, aus der Verschiedenheit des religiösen Bekenntnisses hergeleiteten Beschränkungen der bürgerlichen Rechte sind theoretisch aufgehoben. Praktisch hat die Verwaltungsmaxime über das Gesetz triumphiert und die Ungerechtigkeit besteht nach wie vor. Wann endlich werden die leitenden Staatsmänner zur Einsicht gelangen, daß wir gegen Verfassung und Recht hmtangefttzt werden, obwohl wir zweifellos befähigt und gewillt sind das Gleiche zu leisten, wie die Bekenner anderer Religionen, in Treue zum Reiche, in dem wir leben, dessen Gesetzen wir gehorchen. „Anderen sind Recht, Freiheit und Duldung ein Streben unter vielen, ein Augenmerk unter mehreren: uns machen sie den Nerv

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