Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 4 (April 1906)
- Article
- Berlin
- Date
- 1906-04-01
- Page
- 257 (sequence 3)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 257 übernommen, einen Zur Einreichung an die Zuständigen preußischen Ministerien bestimmten Gesetzentwurf für die GesamLorganisaLion der preußischen Judenheit zu verfassen. Ueber seine Stellung zu den in Frage kommenden Grundsätzen der Organisation hat der Gelehrte an den X. Deutsch-Israelitischen Gemeindetag zu Pfingsten 19i>5 in Frankfurt a. M. berichtet. Sein in den „Mitteilungen Nr. 65" des Gemeindebundes abgedruckter Vortrag hat im wesentlichen Zustimmung gefunden. Inzwischen ist der mit eingehender Begründung versehene Gesetzentwurf beim Gemeindebund eingel.usen, der so schnell als möglich die weitere Behandlung der Sache zu fördern beabsichtigt. In einer sehr Zahlreich besuchten öffentlichen Versammlung des Vereins der Deutschen KaufleuLe berichtete am 5. April Herr Paul Träger unter lebhaftem Beifall über „Die gesetzliche Regelung der Arbeitszeit der Kontor- Angestellten"; dann erregte der Beamte des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes durch ein wüstes Schimpfen auf den Beirat für Arbellerstatistik vielfach Unwillen. Da aus die Aufforderung des Vorsitzenden sich niemand weiter zum Wort meldete, erhielt der Referent das Schlußwort. Da aber verlangte der deutschnationale Beamte das Wort, um zu der vorgelegten Entschließung Abänderungen Zu beantragen. Als der Vorsitzende dies als unzulässig zurückwies, forderte der Deutschnationale seine Anhänger auf, den Saal zu verlassen. Wenn 40-50 Personen plötzlich in einem Saal, in dem sogar die Gänge vollgepfropft sind, gehen wollen, vollzieht sich dies selten ohne Ruhestörung. Als der deutschnationale Führer, in der Nähe der Tür angelangt, eine abfällige Bemerkung über sein Treiben vernahm, sprang er auf den vermeintlichen Kritiker zu, um sich tätlich an ihm Zu vergreifen. Das war das Signal zu einer Rauferei, die dadurch beendigt wurde, daß man die Antisemiten an die Luft setzte. Die Versammlung nahm nun ihren ruhigen Fortgang. Herr Troger forderte die Versammlung auf, nicht zu ruhen, bis die gehilfenseindliche Tätigkeit der Deutschnationalen lahmgelegt sei, denn nicht durch wüstes Schimpfen, sondern durch sachliche Aussprache würde es den Gehilfen möglich sein, die Prinzipale von der Richtigkeit der erhobenen Forderungen Zu überzeugen. In einer Sitzung der Schöneberger Stadtverordneten- Versammlung wurde unter dem Beifall der Mehrheit ein leb-