Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 3 (März 1906)
- Article
- L. D., Hamburg
- Date
- 1906-03-01
- Page
- 212 (sequence 3)
- Language
- German
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Im deutschen Reich. 212 Es ist nicht nur ein Akt der Vorsicht, sondern auch der Billigkeit, wenn jüdische Prinzipale den jugendlichen Deutschen „Schackscher Observanz" nach gesetzmäßiger Kündigung die Freiheit schenken und sie dadurch aus der angeblichen semitischen Knechtschaft erlösen, ehe diese im Judensold stehenden Edlen durch das Singen solcher Lieder in den Wahn jüdischer Feigheit versetzt werden und zur „Berserkerwut erwachen". «cherschau. Unsere Judeufragc. Von einem Juden deutscher Kultur. Verlag von Louis Lamm, Berlin. Von jüdischer und nichtjüdischer Seite ist die Judenfrage in einer wahren Flut von Schriften behandelt worden. Die vorliegende Schrift Zeichnet sich durch ihren glänzenden Stil aus. Der Verfasser läßt die Ursachen der Judenfrage ununtersucht, bespricht dagegen die Momente wirtschaftlicher und religiöser Natur, die sie in beständigem Flusse erhalten. Daß der Judenhaß und die aus ihm hervorgehende Zurücksetzung der Juden auf vielen Gebieten des öffentlichen Lebens nicht zum wenigsten religiöse Gründe habe, ist sehr zu bezweifeln, ebenso die Behauptung, die sog. „freien" Berufe haben durch das Eindringen des jüdischen Elementes die Achtung des deutschen Volkes eingebüßt. Ebenso behauptet der Verfasser schlechthin: das deutsche Volk mag uns nicht, folglich schmälert es unsere heiligsten Rechte. Zugegeben, die Antipathie gegen Israel sei so groß, wie Verfasser sie darsrellt — aber ist nicht auch der überwiegende Teil des deutschen Volkes der römischen Kirche abhold? Und doch werden die Katholiken von oben herab nicht nur nicht zurückgesetzt, sondern eher bevorzugt! Auf die Lösung der Judenfrage eingehend, berührt Verfasser auch unsern Centralverein, dessen Kampf für die verfassungsmäßige Gleichberechtigung der Juden ihm als „aussichtslos, als ein Kampf gegen Windmühlen" erscheint, da sich das deutsche Volk von einer kleinen Minderheit keine Vorschriften