Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 3 (März 1906)
- Article
- Gabriel Rießer
- Date
- 1906-03-01
- Page
- 129 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Im brutschen Mich. ZettschrtfL des ßeniralmreius deutscher KiaMürger Mischen ßlaußens. ©rfcbevnt zwölftnal im JaKre. XU. Jahrs» Berlin, März 1906. Ur. 3. OaörieL Meßer. Von Dr. Max Grunrvald, Rabbiner und Prediger der israelitischen KulLusgeweinde Wien. Äer Fremde, der Hamburg besucht, verabsäumt selten, das prächtige neue Hamburger Rathaus Zu besuchen. Dort begegnen ihm unter den Porträtmedaillons berühmter Hamburger einige Namen, auf welche stolz zu sein das Judentum ein gutes Recht besitzt. Es ist Salowon Heine, Heinrich Heines bekannter Oheim, der große Philanthrop und Wohltäter seiner Vaterstadt, ferner Wolffson, der einstige Vertreter Hamburgs beim deutschen Bundesrat, einer der Schöpfer des neuen deutschen bürgerlichen Gesetzbuches und langjähriger Präsident der Hamburger Bürgerschaft, und drittens Gabriel Rießer. Wer war Gabriel Rießer? Wer die fesselnden Memoiren des jüdischen Kantianers Salomon Maimon gelesen hat, erinnert sich seines Zwiegespräches mit dem Rabbiner von Altona, Rafael Cohen, in welchem dieser zum Schluß dem gottlosen Spötter mit dem Banne droht. Raphael Cohen ist weiteren Kreisen auch durch jenen Bannspruch bekannt, den er im Verein mit drei anderen rabbinischen Größen gegen Mendelssohns Bibelübersetzung ergehen ließ. Die Befugnis, mit dem Bann zu belegen, sollte diesem Rabbiner zum Verhängnis werden. Denn als sie ihm gelegentlich eines die öffentliche Meinung aufregenden Falles von der Regierung entzogen wurde, legte der charakterfeste Mann sein Amt nieder, mit welchem zu seiner Zeit noch in weitestem Umfange die Gerichtsbarkeit innerhalb der jüdischen Gemeinde verbunden war, und Dänemark, wozu Altona damals gehörte, hatte nach