Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1906)
- Article
- Frankfurt a. M.
- Date
- 1906-01-01
- Page
- 46 (sequence 3)
- Language
- German
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46 Jrn deutschen Reich. langte, drucken wir unter gleichzeitiger Bezugnahme auf S. 676 und 677 (Nr. 12, XI. Jahrg.) der von Herrn Or. Adolf Brüll in Frankfurt a. M. redigierten „Monatsblätter" diese Rechtfertigung des Frankfurter Zahnarztes hier unaufgefordert ab. Die Redaktion.) f München- 2. Januar, lieber die vor Weihnachten von dem bayerischen Kriegsminister von Horn bewirkten Pensionierungen schreibt die „Münchener Post": „Unter den Pensionierungen fall: uns besonders jene eines gewissen Hauptmannes auf. Wir kannten den Herrn dienstlich wie außerdienstlich persönlich und wissen, daß er ebenso tüchtig und pflichteifrig war wie andere Offiziere, die es bis zum Major gebracht haben. Dabei war er ein sehr guter Kamerad. So verzichtete er z. B. zugunsten eines kränklichen Offiziers auf einen sehr angenehmen Posten. Eine „Eigentümlichkeit" hat er allerdings an sich; er ist nämlich Jude. Schon lange waren wir darauf gespannt, ob dieser Herr an die Spitze eines Bataillons gestellt würde. In der preußischen Armee werden Juden nicht einmal zu Reserveoffizieren ernannt. Als Geweine, Unteroffiziere und Feldwebel aber müssen sie im Kriegsfälle ihre Knochen genau so zu Markte tragen, wie die Katholiken und ProLestanLen. Die bayerische Armee hat sich, abgesehen von einigen, meistens etwas bornierten Offizieren, vom Antisemitismus Ziemlich frei gehalten. Es ist dringend zu wünschen, daß sie sich auch hier nicht von Preußen anstecken läßt. Die Pensionierung des bewußten Hauptmanns mahnt jedoch sehr zur Wachsamkeit." ± Bad Kissing err- 4. Januar. Daß hier der Antisemitismus keinen Boden findet, beweist u. a. auch die diesjährige Gememdewahl. Infolge der Wahl des Herrn Kurhausbesitzers N. Bretzfelder (Herr Felix Ehrlich gehörte dem Kollegium schon früher an) haben nun zwei Juden Sitz und Stimme in der Stadtverwaltung. Bei der hier startgefundenen Sammlung für die Opfer der russischen Judenmetzeleien sind von Christen ansehnliche Betrüge gezeichnet worden. Daß jüdische Kurgäste in Bad Kissingen gern gesehen sind, darf als bekannt vorausgesetzt werden. X Dresden- 2. Januar. Es ist für den Umschwung der Gesinnungen in manchen hiesigen Kreisen kennzeichnend, daß der Realschullehrer I)r. phil. Leicht aus Meißen am 8. v. Mts. im