Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1906)
- Article
- Essen a. d. Ruhr
- Date
- 1906-01-01
- Page
- 39 (sequence 3)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 30 zur Seite treten. Die Versammlung beauftragt daher den Vorstand der Ortsgruppe, die Gründung eines Ugitationsausschusses für Rheinland und Westfalen zu fördern." — An der Debatte beteiligten sich die Herren Ingenieur Kaufmann, Dr. Herzfeld und Rabb. Br. Samuel. Herr Kaufmann übte nach verschiedenen Richtungen am Central-Derein Kritik, die Herr Dr. Herzfeld im Einzelnen entkräftete. Auf eine Replik des Herrn Ingenieur Kaufmann bemerkte Herr Br. Samuel, daß bei den lauteren Zielen des Central-Bereins die Kritik ihm nur das leiste, was das Schleifinstrument dem Edelsteine. Die Erfolge sollen durch Heranziehung neuer Arbeitskräfte vermehrt werden, und dazu schlage die Resolution einen praktischen Weg vor. Hierauf wurde die Resolution angenommen. Der Vorsitzende machte noch auf den im April d. I. bevorstehenden Gedenktag Gabriel Rießers aufmerksam, und schloß dann die Versammlung. 4- Cöln a. Rh.? 2. Januar. Ueber die hier abgehaltene Eentral-Vereins-Versammlung berichtete die israelitische Zeitung „Die Gegenwart": „Zu einer wirkungsvollen Kundgebung gestaltete sich die am Samstag Abend, den 9. v. Mts., im Festsaale der „Rheinlandloge" stattgehabte Haupt-Versammlung des Central-Bereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Ortsgruppe Cöln, die sich eines sehr starken Besuches erfreute. Im Mittelpunkt der Verhandlungen, die der Vorsitzende, Herr Hermann Jonas, mit großer Umsicht leitete, stand die nach Inhalt und Form gleich hervorragende und bedeutsame Rede des Mitgliedes des Central-Vorstandes, Herrn Rechtsanwalt vr. Vrodnitz-Verlin, über „Kulturfragen". Der Vortrag schloß mit folgenden Sätzen: „Es ist im SLaatsleben weder nötig, noch erwünscht, daß alle Staatsbürger eins sind in ihrer Abstammung und Konfession; sie sollen nur alle der gleichen Idee dienen, wie die Menschheit auf ihrem Kulturwege vorwärts gebracht werden kann. Jeder Jude, der im Geiste der modernen Kultur seine Aufgabe erfaßt, soll ein Pionier sein im Dienste der Kultur, soll für die Kultur kämpfen, und indem er das tut, erfüllt er seine Psticht gegen seine Glaubensbrüder in gleichem Maße, wie gegen die Gesamtheit seiner Mitmenschen. Der Kampf gilt den finstern Mächten des Fanatismus, der in seinen Folgeerscheinungen das ganze Staatsleben unterwühlt und Zersetzt. So kämpft der