Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1906)
- Article
- Ostmarken-Politik
- Date
- 1906-01-01
- Page
- 7 (sequence 7)
- Language
- German
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Die Vertrauens männer-Versammlung für Rheinland-Westfalen. 7 Im letzten Berichtsjahre erreichten 2,3 Prozent Evangelische, 3,5 Prozent Katholiken und 7 Prozent Juden das Reifezeugnis! Und das Lei wachsender Abnahme der Zahl an schulpflichtigen Juden. Auf ein in der Menge der Zahlen vielleicht verschwindendes Bild möchte ich noch die Aufmerksamkeit des Lesers lenken: Die Abnahme der jüdischen Frequenz in der Hilfsschule für geistig — meist in Folge schlechter sozialer Lage — zurückgebliebene Kinder! Eine Abnahme bei steigender Schülerfrequenz. Der Fürsorge durch jüdische Frauen der jüdi.hen Loge verdanken wir diese erfreuliche Tatsache. Vielleicht berichtet eine eingeweihtere Kraft einmal über die Wohlfahrtstätigkeit der Juden im Osten! — Kein schöneres Bild konnte ich dem Leser von der allgemeinen Lage der Juden im Osten geben. Daß wir alle Kräfte anspannen müssen, um uns konkurrenzfähig zu erhalten, fördert das Erhaltungsprinzip im Judentum. Und für uns alle Juden gibt es bei dem Kampfe zwischen Deutschtum und Polentum nur eine Parole: Strengste Neutralität, denn beide Teile befolgen das Prinzip: Vernichtung der Juden". —- Wir haben bereits in der Einleitung erwähnt, daß wir uns mit den Schlußfolgerungen des Verfassers nicht vollständig einverstanden erklären können, halten aber seine Darlegungen für so geeignet zu einer Beurteilung der überaus schwierigen Lage unserer Glaubensgenossen in den Ostmarken Preußens, daß wir es für angezeigt erachteten, sie an dieser Stelle vollinhaltlich wiederzugeben. Wir überlassen es unfern Lesern, selbst aus dieser Darlegung die Folgerungen zu ziehen, die sich für deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens von selbst ergeben. □ Are Wertrauensmänner-Merfammkung für Meinkand-Westfalen. Wängst war es unser Wunsch, in Rheinland und Westfalen, i?r wo wir bereits zu unserer lebhaften Befriedigung eifrige Mitkämpfer in großer Zahl gefunden hatten, unsere Sache durch eine planmäßige Organisation zu fördern. Es galt, eine für andere Bezirke vorbildliche Organisation zu schaffen, die ge-