Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1906)
- Article
- Ostmarken-Politik
- Date
- 1906-01-01
- Page
- 1 (sequence 1)
- Language
- German
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Im deiiWii Reich. Zeitschrift --— Grlcbeuit zwo lfm ai tm Jahre*-- XII. Jahrs. Berlin, Januar 1906. Ur. 1. Zur WmarKen-UokitiK. unfern Lesern erinnerlich sein wird, hatte der Geh. «wir Reg.-Rat Hasse in Breslau, bekannt als Vertreter der Bestrebungen des Ostmarken-Vereins, am schwarzen Brett der Universität eine Bekanntmachung veröffentlicht, laut welcher für die Provinzen Oberschlesien, Posen und Westpreußen katholische oder evangelische Aerzte gesucht werden, deren Unterhalt gesichert werden sollte. Jüdische Aerzte waren somit von der Bewerbung ausgeschlossen. Da der Ostmarken-Verein behauptet, im Kampfe gegen das Polentum stets den Grundsatz absoluter konfessioneller Neutralität Zu befolgen, hatten wir Veranlassung genommen, ihn wegen der unverkennbaren Verletzung jenes Grundsatzes Zu interpellieren. Aus dem gepflogenen Briefwechsel resultiert, daß der Ostmarken-Verein gegen den ihm von unserer Seite gemachten Vorwurf, „er glaube den von antisemitischer Seite geäußerten Wünschen Rechnung tragen zu müssen", Verwahrung einlegt. Wie im gegebenen Fall die Dinge liegen, und welche stichhaltigen Gründe uns Zu unserer Auffassung geführt haben, soll für jetzt nicht weiter an dieser Stelle erörtert werden. Damit sich aber unsere Leser über die Verhältnisse, unter denen heute unsere Glaubensgenossen in den Ostmarken leben und auf deren Gestaltung gewiß auch die Ostmarkenpolitik nicht ohne Einfluß geblieben ist, orientieren können, geben wir einen jüngst in der „Jüd. Rundschau" erschienenen Artikel wieder, ohne uns völlig mit den gezogenen Schlußfolgerungen identifizieren zu wollen: