Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1905)
- Article
- Konitz
- Date
- 1905-12-01
- Page
- 661 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2316602-2316727-2316739-2335919--14531-2336017- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Korrespondenzen. 661 werde. Und dazu helfen Sie ein jeder ein tüchtig Teil mit." Lauter Beifall folgte den Worten des Redners und der Vorsitzende, Bürgermeister Haack, schloß, nachdem er noch die Liste zur Einzeichnung herumgereicht hatte, mit herzlichem Dank um IOY2 Uhr die Versammlung. Etwa 26 Anwesende haben sich in die Liste emgezeichnet." + Wrescherr, 2. Dezember. Vor seinem Wegzuge von hier nach Breslau hat der bisherige Ratsherr Hugo Ehrenfried in Anerkennung einer vierzigjährigen Tätigkeit in den verschiedensten Ehrenämtern, insbesondere in Kreis-Kommissionen, den Kronenorden 4. Klaffe erhalten, der ihm durch den Sänket Freiherrn von Maffenbach in einer dazu besonders anberaumten Magistratssitzung überreicht wurde. > Weener in Ostfriesland, 8. Dezember. Ein hiesiges Blatt berichtet: „Vor kurzem las man in den Zeitungen, daß der antisemitische Graf Pückler in Berlin die gegen die Juden in Rußland verübten Gräueltaten gepriesen und zu ähnlichen Taten in Deutschland aufgefordert habe. Die Lorbeeren dieses Grafen kaffen einen du'lch sein agitatorisches, antisemitisches Auftreten bei der Versammlung in Bunde bei der letzten Reichstagswahl bekannten Arzt nichr schlafen. Dieser Herr, welcher im letzten Jahre wegen Beleidigungen von Israeliten viermal gerichtlich bestraft ist und einmal wie Gra Pückler eine tätliche Beleidigung erlitten hat, hat neulich in einem Wirtshaus öffentlich erklärt, er habe eine große Freude erlebt, als er in den Zeitungen von den Judenverfolgungen und Judenmetzeleien gelesen habe. Man sollte es kaum für möglich halten, daß ein Arzt,s der ohne Humanität seinen Beruf nicht aus üben kann, solche Gesinnurg hegt." -4- M.-Gladüach, 1. Dezember. Der „Gladbacher Zeitung" wird aus Viersen berichtet: „In der Stadtverordnetensitzung wurde die Uebernahme der jüdischen Privatschule auf die Stadt und die Anstellung des Lehrers Nußbaum beschlossen. Die Regierung hat die Uebernahme gestattet. Die Schule wird vom 1. Oktober 1905 ab übernommen. Die jüdische Gemeinde zahlt jährlich 800 Mark als Zuschuß. ± Marburg, 2. Dezember. Im hiesigen Wahlkreise versuchen es die radikalen Antisemiten den „ersten" antisemitischen Wahlkreis wiederzuerobern. Herr Bruhn ist hier plötzlich erschienen, um eifrig zu agitieren. Bereits im Frühjahr d. I. ist aber hier vom Bund der Landwirte der „deutsch-soziale" Antisemit Dr. Böhme als Kandidat vorgeschoben worden. Herr Bruhn er-